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Monatsarchiv für Juli 2008

Jul 25 2008

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B. Rapp

Nein aus Liebe | Jesper Juul

Klare Eltern – starke Kinder

ist der Untertitel dieses kleinen Büchleins, dass nicht nur wegen seines Formates und der ansprechenden Illustration auf dem Bucheinband als Lektüre sehr zu empfehlen ist.

Jesper Juul, Familientherapeut, Konfliktberater, Lehrer und Autor schreibt dieses Buch auf seinem sehr großen Erfahrungshintergrund in der Arbeit mit Familien und zwischenmenschlichen Beziehungen. Es ist gespickt mit Beispielen und anregenden Handlungsalternativen und sein fehlerfreundliches Menschenbild regt an und erlaubt, in die wechselnden Perspektiven – die der Eltern und die der Kinder – einzutauchen. Das Ziel seiner Arbeit „die Eltern bei der Suche nach neuen Wegen in der Erziehung zu unterstützen und nicht, sie in ihrem Versagen zu bestätigen“ hat er m.E. voll erreicht.

Das Buch durchstreift alle Entwicklungsphasen vom Säugling bis zum jungen Erwachsenen und lässt auch nicht den Blick auf die Paarbeziehung innerhalb der Elternschaft aus. Den Tenor des Buches, auf die eigene Authentizität zu achten, sie evtl. nachzuentwickeln und damit den Kindern die Möglichkeit zu geben ihre eigene Persönlichkeit zu leben, hält Juul konsequent aufrecht.

Wenn Sie sich angesprochen fühlen sollten von den folgenden kurzen thematischen Einblicken, dann möchte ich Ihnen dieses Buch wärmstens empfehlen. 

Die Untrennbarkeit eines gesprochenen Wortes von der Körpersprache und Sprachmelodie. 
Das Reden auf Augenhöhe und die Qualität einer Diskussion. 
Das Reden über sich selbst – damit es nicht zum überschreiten der persönlichen Grenze und der Verletzung der Würde des anderen kommt. 
Eltern als Sparringspartner für unsere Jugendlichen, d.h. mit maximalen Widerstand und geringstmöglichen Schaden präsent bleiben. 
Unseren Kindern vertrauen, auch wenn unsere Ideologie nicht mehr die der Jugendlichen ist.
Die Sprache der Liebe ist weder positiv noch negativ. Sie ist persönlich.

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Jul 01 2008

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E. Bohrisch

Natalität-Philosophie der Geburt | Ludger Lütkehaus

Lütkehaus entwickelt hier, vornehmlich in der Auseinandersetzung mit Hanna Ahrendt seine Philosophie der Gebürtlichkeit.
In Abgrenzung zur christlich-abendländischen Tradition, den Menschen auf den Tod hin zu verstehen und das Leben als Geschenk des Schöpfers oder der Erzeuger, für das man dankbar sein muss, zu beschreiben, spricht er vielmehr von der Geburt als dem „unerbetenen Geschenk“.
Die Konsequenz aus diesem Wechsel der Perspektive, die mich in meiner Arbeit mit Familien 
am stärksten interessiert, ist der Wechsel vom Elternrecht, das sich von Dankbarkeit für das Geschenk des Lebens herleitet, zum Kinderrecht, das Schöpfer und Erzeuger verantwortlich für das Leben und das Wohlergehen der ungefragt Geborenen macht.
Versuche, in der Familiengesetzgebung das traditionelle Elternrecht konsequent durch Kindesrecht zu ersetzen, sind bisher nicht wirklich erfolgreich gewesen. 
Ich wünsche mir, dass unser Familienrecht in Richtung Kinderrecht weiterentwickelt wird.
Das Buch ist sehr anregend. Es lädt zur Auseinandersetzung mit der eigenen Einstellung zu Geburt und Tod, zu Schöpfern, Eltern, und den eigenen Kindern ein. Auch für philosophische Laien ist es gut verständlich geschrieben. Sehr zu empfehlen.

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