Aug 24 2008
Computersüchtig | Bergmann | Hüther
Kinder im Sog der modernen Medien
„Am eigenen Leibe“ muss ich häufig feststellen, dass es Bereiche gibt, in denen mich Kids und Jugendlichen heute „abhängen“. Bezogen auf sportliche Fitness, ehemalige Schulleistungen und der Auseinandersetzung in zwischenmenschlichen Beziehungen (z.B. denen der Pubertät) kann ich mich großzügig und „wissend“ zurück lehnen. Da habe ich meine eigenen Erfahrungen gemacht, kann mich mitteilen, austauschen und nachempfinden. Es gibt jedoch einen Bereich, da kann ich nichts mehr erzählen, da fühle ich mich komplett „draußen“. Und das macht mich unruhig und hilflos, da suche ich nach Informationen, beobachte mit Argusaugen eine Faszination die mir fremd ist, reagiere überempfindlich, genervt, setze Grenzen ohne Überzeugung und Nachvollziehbarkeit.
Jetzt habe ich dieses Buch des Erziehungswissenschaftlers Wolfgang Bergmann und des Neurobiologen Gerald Hüther gelesen, die sehr kompakt meine Fragen und Bedenken beantwortet und Verstehbarkeit hergestellt haben.
Die Zusammenhänge aus Entwickungspychologie und biologischer Hirnentwicklung und die gesellschaftlichen und generationalen Veränderungen von Wertethemen sind hier sehr anschaulich beschrieben.
Beruhigung, Schärfung der Aufmerksamkeit und das Gefühl, wieder ein Stück weit in der Aktualität der Zeit- und Entwicklungsgeschehnisse zu sein, hat sich eingestellt.
Gut hätte ich gefunden, wenn der Titel des Buches mit einem Fragezeichen (Computersüchtig?) versehen worden wäre. Es gibt Antworten auf den aktuellen Stand in der eigenen Familie zum Thema Umgang mit Medien und Anregungen und Unterstützung, wenn Kinder und Jugendliche den Weg in die Abhängigkeit bereits betreten haben.
Ich halte dieses Buch für sehr empfehlenswert.



