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Mrz 29 2009

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E. Bohrisch

Disziplin, Liebe, Humanismus und die Erziehungs-Diskussion unserer Tage

Abgelegt 15:09 unter Beratung, Kids & Teens

Die Propagandisten von Disziplin und Durchgreifen in der Erziehung unserer Kinder geben vor, auf Struktur zu setzen, was leicht als systemisch missverstanden werden kann. Es handelt sich aber ausschließlich um den Drill von Regeln, die von außen gesetzt werden. Unsere Vorstellung von Erziehung setzt im Gegensatz dazu auf liebevollen Umgang zwischen Erziehern und Kindern und auf den Aufbau eine guten Eltern-Kind-Beziehung. Die Analyse dieser liebevollen Beziehungen, und ihre Entwicklung und Pflege sind Gegenstand unserer Arbeit in Coaching und Beratung.

Disziplin-Fans wie Winterhoff und Bueb, deren Bücher auf herausragenden Plätzen von Bestsellerlisten stehen, zeigen in ihren Handlungsvorschlägen und in ihrer Sprache ein Menschenbild, das mich frieren lässt. Es scheint, als hätten sie nie von den Reforrmpädagoginnen und Reformpädagogen der vergangenen zwei Jahrhunderte gehört. Sie scheinen auch neueste Forschung der Neurowissenschaften zu den Bedingungen von Lernen und Wachstum nicht zu kennen. Die Einfachheit ihrer Thesen scheint aber attraktiv.

In der Analyse vor Erziehungs-Missständen in unserer Zeit stimme ich mit den beiden genannten Autoren durchaus überein. Die Entwicklung moderner Gesellschaft hat zu einer Verarmung an sozialen Beziehungen geführt. So sind auch Eltern auf sich allein zurückgeworfen Sie neigen dazu, sich an ihren Kindern festzuhalten anstatt ihnen Schutz und Sicherheit auf dem Weg in die Welt zu geben, in eine Welt, die von Kindern erst erobert werden muss.

Der Ratschlag mit Drill und Durchgreifen die Welt für Kinder verstehbar und handhabbar zu machen erscheint mir absurd.

Humanistisch und systemisch orientiert ist unsere Idee zur Unterstützung von Eltern,diese zu ermutigen und sie in ihrer Beziehung als Mutter und Vater sowie als Mann und Frau zu stärken.

Außerdem erarbeiten wir mit Eltern, wie sie ihre von Liebe geprägte Beziehung zu ihren Kindern zur ermutigenden und fehlerfreundlichen Unterstützung ihrer Kinder einsetzen können, wenn diese bei dem Versuch ,die Welt zu begreifen, mal wieder daneben gegriffen haben.

Ähnliche Vorstellungen vertritt auch Wolfgang Bergmann, so auch in seinem neuesten Buch „Warum unsere Kinder ein Glück sind“, das ich als Lektüre zum Thema sehr empfehle.

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