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Monatsarchiv für Juli 2009

Jul 16 2009

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B. Rapp

Trennungs-/Scheidungs Kindergruppe | Ein Bericht

Die Lebensberatungsstelle Bad Kreuznach hat mit der Unterstützung des Mehrgenerationenhauses, der Familienbildungsstätte und der Jugendämter Bad Kreuznach zum wiederholten male diese Gruppe mit großem Erfolg ausgerichtet.

Das Gruppenangebot der TSK-Gruppe richtet sich an Kinder und Eltern von Trennungsfamilien, sowie neue Partnerinnen und Partner. Bei 12 wöchentlichen Gruppentreffen, Vor- und Nachbereitung dauert das gesamte Projekt ca. 5-6 Monate. Das Angebot bietet Bewältigungsstrategien auf verschiedenen Ebenen der Familie an. Durchgeführt werden die Kurse von zwei systemischen Familientherapeutinnen.

Nach der Regelung der institutionellen Rahmenbedingungen, Kostenplan und Festlegung aller Termine für die TSK-Gruppe informieren wir Presse und Fachkollegen vor Ort.

Da die Gruppengröße auf 6-7 Kinder beschränkt ist, gibt es mehr Anfragen als wir annehmen können. Unsere letzte Gruppe bestand aus sieben 8-10 jährigen Mädchen und Jungen.

Das Anmeldeverfahren

Nachdem ein Elternteil Kontakt mit uns aufgenommen hat findet ein Aufnahmegespräch statt. Wir klären, ob beide Eltern gemeinsam kommen können, bei Hochstrittigkeit der Eltern laden wir getrennt ein und nehmen gegebenenfalls selbst den Kontakt zum anderen Elternteil auf. Es ist wichtig, dass die Kinder sicher sind, dass Vater und Mutter wissen und unterstützen, dass sie in diese TSK-Gruppe gehen. Wir möchten beide Eltern kennen lernen, etwas über ihre Beziehung zum Kind und ihre Sichtweisen zur Trennungsgeschichte erfahren.

Ablauf des ersten Elterngesprächs

Wir bitten die Eltern, erst aus ihrer eigenen Sicht und möglichst auch aus der Sicht ihres Kindes diese Krisenzeit in Bezug auf Belastungen, Veränderungen im Verhalten, Schule, soziale Kontakte, Freizeit und Freunde zu beschreiben. Wir möchten wissen, welche Wünsche das Kind wohl selbst haben könnte, bzw. sie als Eltern für ihr Kind haben und was am Ende der Gruppenzeit anders sein soll.

Wir geben den Eltern Informationen über den Ablauf der Gruppenstunden und die Gruppenthemen, den Elternabend und die regelmäßig durchgeführten Mütter- und Vätertreffen.

Nach erfolgreicher Anmeldung schicken wir den Kindern ca. eine Woche vor Gruppenbeginn einen Brief, indem wir uns vorstellen und sie zum ersten Gruppentreffen einladen.

Durchführung der Gruppenstunden für die Kinder

Es ist uns wichtig den Kindern mit einer äußeren Rahmung Sicherheit und Verlässlichkeit in der Zeit ihrer großen Orientierungslosigkeit zu bieten. Deshalb legen wir großen Wert darauf, die Struktur der Gruppenstunden stets nach einem ähnlichen Muster ablaufen zu lassen. Es gibt die Sequenzen Ankommen und Begrüßung im Flur, Ankommen im Gruppenraum auf dem eigenen Platz, Gruppenspiel, thematisches Arbeiten. Pause mit Getränken, Obst und Keksen, um die dort informelle Kontaktmöglichkeit der Kinder untereinander zu ermöglichen und Spiel oder Wahrnehmungsübungen, Verabschiedung.

Inhalte/Ziele der Gruppenzeit

  • Kennenlernen und in Kontakt gehen

  • Aus einer Familie werden zwei Familien, veränderte Wohn- und Lebensräume, neue Partner der Elternteile und deren Kinder, Anerkennung unterschiedlicher Lebensmodelle

  • Umgang mit und Ausdrucksmöglichkeiten von Gefühlen, sicherer Ort, Selbstregulierung

  • Realistische und unrealistische Wünsche, aussprechbare und unaussprechbare Wünsche im Zusammenhang ihrer derzeitigen Familiensituation

  • Wertschätzung, Ehrung, Würdigung jedes einzelnen Kindes (z.B. „Spielleiter“, „Krönungszeremonie“, „ich mag an dir“ – Karten) und Respekt gegenüber den anderen Kindern und GruppenleiterInnen

  • Perspektiverweiterung und Empathie

  • Planung und aktive Gestaltung des Abschieds von der Gruppe

Die oben genannten Themen bilden einen relativ lockeren roten Faden für den Ablauf der Gruppenzeit. Wir wissen um unsere Ziele, arbeiten prozessorientiert und lassen uns auf die Kinder ein. Wir reagieren situativ auf das, was sie uns aktuell an Verhalten zeigen und mitbringen.

Beispiel zum Inhalt der ersten Gruppenstunde

Nach der Begrüßung aller Kinder bereits im Flur betreten wir gemeinsam den vorbereiteten Gruppenraum. Er bietet genug Platz, dass wir mit Matten einen großen Stern legen können, so dass für jedes Kind ein „kleines Feld“ als eigener Raum auf dem Boden zur Verfügung steht. Dieser Platz ist groß genug zum Sitzen, Liegen, Alleine-sein oder jemanden zu sich einzuladen. Dieser eigene Raum wird in der ersten Stunde intensiv „erkundet“. Seine Grenzen und Begrenzungen, d.h. Länge, Breite, Höhe, vorne – hinten, werden körperlich durch die Bewegungen der Kinder erfahren und mit Stimme und Körpersprache („Halt! Auf meine Matte nicht!“ und/oder „Ich möchte Dich gerne zu mir einladen“) als persönlicher Raum eingenommen.

Jedes Kind sucht sich eine farbige Arbeitsmappe für die zu sammelnden eigenen Materialien aus (Bilder, Texte, Karten, Fotos) und ein farbig dazu passendes Tuch, das in allen folgenden Stunden als persönliches Kennzeichen den eigenen Platz markiert.

Schon hier wird einer der wichtigsten Schwerpunkte unserer Arbeit deutlich. Wir bieten den Kindern viel Raum zur Körperwahrnehmung an. Sie lernen sich selbst zu spüren. Die eigenen Grenzen und Wirksamkeiten und die der anderen Kinder wahrzunehmen und zu respektieren stärkt Selbstvertrauen und Selbstverantwortung.

Im Bewegungsspiel erfahren wir sehr viel über die Kinder und kommen schnell an ihre Fähigkeiten und Ressourcen, an denen wir in den folgenden Gruppentreffen methodisch weiter arbeiten.

Beispiel zum Inhalt der ca. vierten Gruppenstunde

Kinder mit einem hohen Aggressionspotential oder starker Gehemmtheit, bzw. Rückzugsverhalten profitieren davon, wenn sie im „Spiel“ die Erlaubnis bekommen zu toben, treten, boxen, schlagen und schreien. Sie dürfen sich dabei als „richtig“ erleben und werden „angefeuert“, noch mehr „Kraft, Energie, Wut“ heraus zu lassen. In diesem “Parcours der Gefühle” erleben wir gerade bei diesen meist unverstandenen Kindern ein AHA-Erleben. Hier steigen sie mehr als die anderen Kinder sehr real in das Gefühl der Wut ein, fühlen sich gesehen, ernst genommen und spüren häufig zum ersten Mal nach einem solchen Ausagieren eine Erschöpfung, die als wohltuende Entspannung erlebt wird.

Das Spiel mit Farben, der Umgang mit dem eigenen Körperschema und Selbstbild, das Gestalten ihrer inneren Bilder mit Legematerialien, Interaktionsspiele, das Weitererzählen von Fantasie- und Trennungsgeschichten sind weitere wichtige methodische Elemente.

Mit der Sicherheit der Verschwiegenheit und dem sicheren Beziehungsangebot der Gruppenleiterinnen können die Kinder immer mehr aus der Anspannung des Loyalitätskonfliktes heraus treten. Das Miterleben der Geschichten, Wünsche und Sorgen der mit betroffenen Kinder in der Gruppe ermutigt sie, die eigenen schwierigen Themen zum Ausdruck zu bringen.

  • „Sie streiten ständig um mich, ich fühle mich total zerrissen, am besten ich gehe zu keinem von ihnen“. (Äußerung eines Kindes, nachdem es ein Selbstbild gemalt hat.)

  • „Ich will mehr über Mama wissen“ (Ein anderes Kind, nachdem es merkt, dass es beim Gestalten des Familienbildes einen Elternteil „vergessen“ hat.)

Wir besprechen mit den Kindern, welche Wünsche wir, die Gruppenleiterinnen, den Eltern im Abschlussgespräch mitteilen sollen und welche sie jetzt auch schon selbst mit ihnen klären können.

Den Kindern ist es wichtig zu wissen, dass ihre Eltern in der Zeit des Gruppenangebotes auch selbst an der Auseinandersetzung ihrer eigenen Trennungsgeschichte arbeiten. Sie fragen ihre Eltern „Gehst du zum Mütter/Väter Treffen?“, „Viele Grüße an ……!“ (gemeint ist die Gruppenleiterin). Von ihrer eigenen Arbeit in der Gruppe erzählen sie meist wenig. Die Eltern melden zurück, dass sie auf ihr Nachfragen kaum Antworten bekommen und merken, dass ihr Kind sich verändert. Die Kinder werden mutiger, deutlicher und präsenter im Umgang mit ihren Geschwistern, Lehrern, später auch gegenüber den Eltern. Das ist nicht immer angenehm, da Auseinandersetzungen und Streit auch zunehmen. Dies zu verstehen, auszuhalten und einen positiven Sinn darin zu sehen gelingt manchmal erst nach dem Austausch mit den anderen Müttern und Vätern.

Müttertreffen und Vätertreffen

Das Angebot ist freiwillig und wird von ca. 2/3 der Eltern angenommen. Die Treffen sind Gesprächskreise, die von den Teilnehmenden sehr schnell thematisch selbst gestaltet werden und dann von einer der Gruppenleiterinnen nur noch moderiert werden. Sie finden im 14 tägigen Abstand für ca. 2 Stunden statt und geben viel Raum für das eigene Erleben in der Beziehung zu ihren Kindern, dem Unterscheiden von Elternebene und noch unverarbeiteter Paarebene, der eigenen Wut, den Ängsten und Sorgen, Hochs und Tiefs der neuen Partnerschaften.

Genau wie in der Kindergruppe profitieren hier die Eltern von der Gruppe Gleichbetroffener, von ähnlichen und doch unterschiedlichen Geschichten und Umgangsformen.

Ein wichtiges Thema stellt jedesmal die Vorbereitung auf den Elternabend dar, der etwas nach der Mitte der Gruppenzeit statt findet und zu dem beide Elternteile schriftlich eingeladen werden. Das Wissen um das Zusammentreffen mit dem Ex-Partner und dass man mit Ihm/ihr noch die gemeinsamen Themen um das gemeinsame Kind hat, wird bei (noch) Hochstrittigkeit der Eltern auch ambivalent erlebt. Auch hier hilft die „eigene Gruppe“, zu stärken und zu ermutigen.

Elternabend

Wir Gruppenleiterinnen gestalten diesen Abend so, dass er ausschließlich Informationen über die inhaltliche Arbeit mit den Kindern bietet. Wir legen hier keinen Schwerpunkt auf Interaktion oder Austausch. Es wird auch nicht über einzelne Kinder gesprochen.

Die Eltern bekommen beispielhaft kleine Sequenzen aus unserer Arbeit vorgestellt, die ihre Kinder erfahren haben. Z.B. das Ankommen im fremden Raum, Demonstration des „Parcours der Gefühle“, Wertschätzung des eigenen Platzes anhand eines symbolischen Bildes, Vorstellung der Geschichte „Conni’s Eltern trennen sich“, usw. Unser Ziel ist es hier, die Eltern ins eigene Erleben zu führen und für das Erleben ihrer Kinder zu sensibilisieren.

Abschlussgespräch mit den Eltern

Gemeinsam oder getrennt finden am Ende der TSK-Gruppe Abschlussgespräche statt.

Wir fragen die Eltern nach den Auswirkungen der Gruppe auf die einzelnen Familienmitglieder und insbesondere auf das teilnehmende Kind. Was sich zu Hause verändert hat und ob ihre Wünsche für das Kind erreicht wurden.

Wir berichten über unsere Eindrücke und das, was wir über das Kind gelernt und was wir verstanden haben. Seine Stärken und Fähigkeiten, Bewältigungsstrategien und Selbstregulierungsmechanismen, über Autonomiewünsche, Empathiefähigkeit und über die grundsätzliche Akzeptanz von Kindern, sich auf neue Lebensmodelle positiv einzustellen.

Manchmal kommt es zu Empfehlungen für die Familie noch eine Zeit lang Beratungsunterstützung in Anspruch zu nehmen. Wir leiten dann das weitere Vorgehen in die Wege.

Fazit und Ausblick

Die Kinder profitieren sehr direkt von der TSK-Gruppe. Ihre Fähigkeit spontan mit Stimmungen und Handlungen auf Situationen zu reagieren und sie noch nicht kognitiv zu kontrollieren, führen im Verlauf der TSK-Gruppe schnell zum Wachstum von Ich-Stärke, Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit. Dies gilt es nun auf Dauer in den Familienalltag zu integrieren und braucht die Unterstützung der Eltern und neuen Familien.

Für viele Eltern ist die Mitarbeit in der Trennungs-Scheidungs-Gruppe der erste Kontakt zu beratender Unterstützung. Sie erfahren, dass Kooperation und die Anteilnahme an jedem Familienmitglied entlastend wirkt und dass eingefahrene belastende Dynamiken auflösbar sind. Haben sie im Prozess ein Verstehen über ihr Kind und sich selbst wahrnehmen können, so ist Nachhaltigkeit und Intergation der positiven Veränderungen am besten möglich.

Elternteile mit neuen Partnern äußern manchmal deren Wunsch, für sie stände auch noch ein Platz in dem Prozess der Gruppenzeit zur Verfügung. Ich selbst halte dies als systemisch arbeitende Beraterin natürlich für sehr sinnvoll. Die neuen Partner haben eine wichtige Beziehungsfunktion für die Kinder und manchmal auch Anteil daran, wie die Eltern nach der Trennung/Scheidung in Kontakt miteinander sind . Eine Realisierung (Kosten- und Zeitaufwand) konnten wir bis auf wenige Einzelfallausnahmen bisher jedoch noch nicht umsetzen.


Zusammenfassung:
Sieben 8-10 jährige Kinder und zwei Gruppenleiterinnen feierten zusammen Abschied nach einer fast 4-monatigen gemeinsamen Gruppenzeit. Die Kids haben sich in dieser Zeit mit der Trennung/Scheidung ihrer Eltern intensiv auseinander gesetzt.

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Jul 13 2009

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E. Bohrisch

Homosexualität, Calvin und die Folgen

Abgelegt unter Aktuelles & Termine, Allgemein

Calvin, vor 500 Jahren geboren, ist bekannt für seinen radikalen Umgang mit Menschen, die nicht in sein Weltbild passten. Spätwirkung seiner rigorosen Verurteilung der Homosexualität ist m.E. die heute noch weit verbreitete Homophobie insbesondere auch in calvinistisch geprägten Gesellschaften.

Im Genf des 16.Jahrhundert setzte er obwohl ohne weltliche Macht eine Gesellschaft durch, in der jeder jeden überwachte Am drastischesn ist Calvins Umgang mit dem spanischen Humanisten Miguel Servet der 1553 auch auf Grund der gutachterlichen Empfehlung Calvins in Genf auf dem Scheiterhaufen endete.

Wie bei anderen „Verfehlungen“ drohte auch bei Homosexualität die Todesstrafe. Der Umgang des biblischen Wanderpredigers Jesus mit Randgruppen der Gesellschaft, in der er lebte, kommt meinem vom Humanismus geprägten Wertesystem mehr entgegen. Der Hinweis, dass man Calvin nur aus seiner Zeit heraus verstehen kann, ist was das Verstehen betrifft sicher richtig, für dir Bewertung seiner Ideen für unser Leben heute aber irrelevant.

In unserem Staatswesen sind Lesben und Schwule Menschen mit anderer sexuellen Orientierung zunehmend gleichgestellt. Ich wünsche mir, dass auch konservative Mitglieder der Kirchen und anderer Religionsgemeinschaften ihre Homophobie endlich zu einer liebevollen Fehlerfreundlichkeit im Sinne des Nazareners Jesus überwinden. Denn Unterschiedlichkeit macht uns als Gemeinschaft reicher.

Interssant und weniger problematisch ist Calvins Umgang mit Schulden und Zinsen.

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Jul 07 2009

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B. Rapp

Veranstaltung: Coaching und Wein | Ein Bericht

Sowohl Coaching als auch ökologischer Weinbau bewegen sich in komplexen Systemen. Dem sozialen und dem Öko-System. In beiden Systemen geht es um Ausgewogenheit, Optimierung und Nachhaltigkeit.

Die Vorstellung der Arbeitsfelder im Bereich „Coaching und Coachingprozesse in Betrieben“ stieß bei den Teilnehmern unserer Abendveranstaltung am 30. Juni auf großes Interesse. Hans Peter-Müller vom Weingut Brühlerhof verstand es uns immer wieder nicht nur mit seinen köstlichen Weinen sinnlich „zu unterbrechen“. Er ergänzte unsere Erläuterungen mit seinem umfangreichen Wissen zum ökologischen Weinbau, seinen exzellenten Weinen und wunderschönen Fotos.

Die rege Diskussion, die sich um die Synergien von sozialen Systemen und dem Ökosystem entwickelte, führte uns hin zum Thema Fehlerkultur. Fehleranalysen und die Sinnhaftigkeit von Fehlerfreundlichkeit und Fehlervermeidungsstrategien wurden als wichtige Entwicklungsprozesse von Betrieben gesehen. Der Umgang mit Fehlern ist ein zentrales Element für das Überleben von Systemen, von Betrieben.

Angeregt durch die vielen positiven Rückmeldungen  werden wir im Herbst 2009 diese Veranstaltung wiederholen.

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Jul 07 2009

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B. Rapp

Urlaub – Welch wunderbare Burnout-Prophylaxe

Burnout ist ein Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung kombiniert mit reduzierter Leistungsfähigkeit und fehlender Energie für Familie, Arbeit, Freunde und Freizeit.

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Wir wissen heute, dass Diskrepanzen und Wechselwirkungen in Bezug auf

  • Persönliche Charakteristika
  • Bedingungen am Arbeitsplatz
  • Partnerschaft und Familie
  • Gesellschaftliche Entwicklungen

die Wahrscheinlichkeit, in einem Burnout-Syndrom zu landen, erhöhen.

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Persönliche Eigenschaften, wie z.B.

  • hohe Ideale und Standards, hoher Stellenwert der Arbeit
  • große Erwartungen an sich selbst mit dem Drang zum Perfektionismus
  • großes inhaltliches Engagement und Gewissenhaftigkeit
  • bei gleichzeitig enormen Anforderungen und Erwartungen an die Arbeit von Mitarbeitern oder Kollegen

*

kombinieren sich häufig mit den Bedingungen des Arbeitsplatzes, wie z.B.

  • zu hoher Arbeitsbelastung (häufige Doppel- oder Dreifachbelastungen, z.B. wird „Arbeit“ mit nach Hause genommen)
  • dem Verlust an Einfluss und Kontrolle über das eigene Tun, es fehlt ein Erkennen von Selbstwirksamkeit
  • ein zu wenig oder ein zu viel an Verantwortung
  • einer fehlenden Identifikation mit der Gemeinschaft (Team, Abteilung, Firma)
  • Konkurrenzdruck, mangelhafter Konfliktfähigkeit im Arbeitsumfeld
  • fehlender Fairness, Gerechtigkeit und Respekt
  • unterschiedlichen Wertesysteme (die eigenen, die des Arbeitgebers, des Unternehmens)
  • Zeit- und Kostendruck
  • offenen oder verdeckten Feindschaften, Entwertungen und entwertender Umgangston, Neid statt Lob.

*

In den meisten Fällen lassen sich dann noch zusätzliche Belastungsfaktoren im privaten Bereich finden. Besteht die Diskrepanz zwischen Person und Job schon und kommt dann eine familiäre Eskalation dazu, gibt es keinen Puffer mehr, die belastenden Situationen abzufangen.

  • Krankheiten, Pflegeleistungen für Familienangehörige, Todesfälle innerhalb der eigenen Familie,
  • Konflikte/Krisen in der Partnerschaft (z.B. Trennung/Scheidung),
  • mit den Kindern, Eltern (z.B. Phasenübergänge),
  • fehlende Möglichkeiten psychohygienisch zu agieren (jammern, klagen, reden, Kraft holen bei vertrauten Personen)

erhöhen das Risiko eklatant.

*

Ein Burnout-Syndrom kann alle sozialen Gruppen und Menschen treffen und ist immer mehr auch in unserer Beraterpraxis anzutreffen. Wir richten und klären in der Beratung gemeinsam mit dem Klienten den Blick auf die Felder seiner belasteten Lebenswelten.

Eine hervorragende Vorsorgemaßname gegen Burnout sind Sport und Urlaub in der Natur.

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Jul 02 2009

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E. Bohrisch

Heilsame Ruhe | Ferientage in Hourtin, Médoc | Un Calme Salutaire

Abgelegt unter Aktuelles & Termine

Ich hatte es fast vergessen, wie angenehm ruhig und einfach das Leben sein kann. Im Juni sind wir für kurze Zeit auf unseren Lieblings Campingplatz im Médoc zurückgekehrt. Der Ferien-Tourismus hatte noch nicht begonnen, Wir waren praktisch allein auf einem weiträumigen Gelände umgeben von Wald, weit genug von der Straße. Den Lärm der Autos und Laster nur nachts bei Ostwind zu hören. Ansonsten Ruhe.

Vor unserem Zelt eine breit ausgedehnte Wiese. von Wald begrenzt, einzelne Bäume und Buschgruppen. Uns gegenüber, am Waldrand ein weiteres Paar mit Zelt. Drosseln suchen nach Würmern. Die Farben des Frühsommers zeigen im Spiel der Sonnenstrahlen alle Töne von Grün. Das satte Gelb-Grün des Sommers ist schon zu ahnen.

Bei Westwind rauschte in der Nacht die Brandung des Atlantischen Ozeans, 10 km entfernt. Zu hören war auch der Gesang der Vögel, das Summen von Insekten, der Wind in den Bäumen. Nachts sangen die Frösche, mitunter der Schrei eines Reihers.

Wir stehen mit der Sonne auf und legen uns mit Sonnenuntergang zur Ruhe. Eine Lampe brauchen wir nicht.

Wenn wir nachts vor’s Zelt treten, funkelt über uns ein Sternenhimmel, wie ich ihn in unserer von Licht verseuchten Landschaft zu Hause nicht mehr kenne. Das Silberband der Milchstraße ist klar und hell.

Alles atmet eine wirklich heilsame Ruhe.

Wenn ich dann zurück muss in die Welt der Hektik, beneide ich Christine und Laurent, unsere Gastgeber, die diesen Ort geschaffen haben und ihn erhalten. Es ist gut zu wissen, dass es solche Orte noch gibt! Auch ich kann dort wieder Ruhe und Kraft finden.

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