Sep 22 2009
Kinder brauchen keine Härte | Tanja Dückers | Zeit-Online 22.09.2009
In der heutigen Ausgabe von “Zeit Online” hat Tanja Dückers einen Kommentar zur öffentlichen Reaktion zu den letzten Ereignissen jugendlicher Gewalt veröffentlicht. Ich habe dazu an gleicher Stelle den folgenden Kommentar eingesetzt:
Ihr Beitrag, Frau Dückers, hat mir gut gefallen, schreiben Sie doch gegen das Desinteresse der politischen Klasse am Wohlergehen von Kindern und gegen den Strom öffentlicher Zustimmung zu den Thesen der Disziplin-Propheten à la Bueb und Winterhoff an.
Der rituelle Ruf nach schärferen Gesetzen und Verstärkung der Überwachung des öffentlichen Raums dient der Beschwichtigung des Entsetzens über das Ausmaß an unkontrolliert aufbrechender Gewalt. Der darunter hörbare Hilfeschrei der jungen Menschen nach einer realistischen Perspektive, ein erfülltes Leben zu führen und um Anerkennung, wird totgeschwiegen. Eine angenehme Ausnahme bildet hier die Einbeziehung des Täters in den ökumenischen Gottesdienst nach dem Amoklauf in Ansbach.
Mit Ihnen, Frau Dückers, wünsche ich mir für junge Eltern die Möglichkeit, ihren Kindern mit Zeit, Zuwendung, Verständnis und sicher auch mit liebevoller Autorität zur begegnen.
In Ihrem Kommentar weisen Sie, “hermann.12” auf die verfehlte Bildungspolitik in unserem Land als eine der Ursachen des Problems hin. Hier stimme ich Ihnen aus vollem Herzen zu! Ihr Verständnis von Autorität erscheint mir jedoch verdächtig autoritär. Autorität, wie ich sie verstehe, hat es nicht nötig durchgesetzt zu werden, es sei denn, es handelt sich nur um Macht. Das Verteufelte an “Autorität”, die “übers Ziel hinausschießt”, ist, dass sie ein überzeugendes Vorbild für die Wirsamkeit von Gewalt ist.
Ein Kommentar




Ich habe mir erstmal den Artikel durchgelesen, um “mitreden” zu können. Der Artikel spricht mir aus der Seele! Nach dem ganzen Wahlkampfgetöse sind die gewählten PolitikerInnen jetzt in der Pflicht in Bildung zu investieren und Familien zu entlasten, aber ich habe da keine grosse Hoffnung, Kinder haben halt keine Lobby.
Der Artikel passt auch zu einer Dokumentation die ich vor ein paar Tagen im ZDF Dokukanal gesehen habe. Es ging um arbeitende Mütter und deren ständige Gradwanderung ihren Job und die Versorgung ihrer Kinder sicherzustellen. Finde mal als Angestellte im Einzelhandel eine KiTa die bis 10 Uhr abends auf hat. Die vorgestellten Mütter (alleinerziehende Mutter im Einzelhandel, Hotelfachfrau in leitender Position, alleinerziehend und eine selbstständige Rechtsanwältin) waren sich einig, daß es ohne Vewandte, Freunde oder Ehrenämtler unmöglich ist.
Eine Anmerkung habe ich noch: Erst wenn ErzieherInnen und LehrerInnen die gesellschaftliche Anerkennung bekommen die Ärtzte in unserem Land haben (selbstverständlich nachdem sie eine zeitgemässe und kompetente Ausbildung genossen haben) sind wir auf dem richtigen Weg.