Jan 01 2010
Gute Vorsätze | Umsetzung
Der Beginn eines neuen Jahres ist die Zeit von Plänen und guten Vorsätzen. Vieles soll in Angriff genommen werden, was man sich schon lange vorgenommen hatte. Es gibt Pläne, mehr Elan in die Arbeit zu legen oder Pläne, schlechte Angewohnheiten endlich durch sinnvolleres Verhalten zu ersetzen. Nach einigen Wochen des neuen Jahres sind alle diese Pläne und guten Vorsätze deutlich schwächer und blasser geworden. Was ist passiert?
Hier einige grundsätzlichen Überlegungen zum erfolgreichen Lernen und zur erfolgreichen Umsetzung guter Vorsätze; denn Verhaltensänderungen erfordern Lernprozesse. Wenn es um unser Verhalten geht, das wir verbessern wollen, so ist das bloße Nachdenken darüber wie das gehen könnte, was ich besser machen will, ziemlich unwirksam, ist es verschwendete Energie. Verhaltensweisen kann ich nur optimieren wenn ich handele. Fahrradfahren lerne ich nie, wenn ich darüber nachdenke, dass ich mich besser auf ein Fahrrad setzen würde.
Wenn ich also lernen will, nicht mehr zu rauchen, nutzt es nichts, wenn ich bei einer guten Zigarette mir einen Plan mache wie ich das anstelle. Ich muss die Zigarette, die ich schon im Mund habe, wieder in die Schachtel zurückstecken und die Schachtel beiseite legen. Und dann kommt das Wichtigste: Ich muss mir dafür, dass ich es geschafft habe, diesmal anders zu handeln, Lob und Anerkennung geben und mir selbst deutlich machen, wie toll das ist, was mir gerade gelungen ist. Nur dadurch aktiviere ich das Belohnungssystem in meinem Gehirn, das dafür sorgt, dass das neue Verhalten auch in meinem Gehirn gespeichert wird.
Noch ein zweites Beispiel. Wenn ich einem Kind helfen will, mehr Nutzen aus seiner Hausarbeit für die Schule zu ziehen, ist es ziemlich sinnlos, pädagogische Grundsatzreden über die Notwendigkeit fleißiger Arbeit zu halten. Das erzeugt, wie jeder von uns aus eigener Erfahrung weiß, nur schlechte Gefühle, die sich das Gehirn als Signal dafür merkt, am besten gleich alle Schotten dicht zu machen. Wirkungsvoll ist im Gegensatz dazu, dass ich dem Kind, während es sich mit der Arbeit handelnd d.h. schreibend, lesend, etc. abmüht, zu verstehen gebe, dass ich es toll finde, wie viel Mühe es sich gibt und dass ich sehe, dass die Mühe auch etwas bringt.
Diese Strategie wird es übrigens auch dem Erwachsenen leichter machen, Kinder bei der Schularbeit zu unterstützen, da auch sie durch die positivere Rückmeldung des Kindes in ihrem Verhalten bestärkt werden. Das Belohnungssystem auch ihres Gehirns wird aktiviert, wenn das Kind, das sie bei den Arbeiten begleiten, statt Widerstand zu zeigen sich um die Lösung der Aufgaben bilden.
So leicht wie ich das hier geschildert habe, ist es häufig im Alltag nicht. Wenn es nicht gelingt, gute Vorsätze in Handeln und zwar in genussvolles Handeln umzusetzen, empfiehlt es sich, äußere Hilfe in Anspruch zu nehmen, Menschen, die die Rolle übernehmen, Anerkennung und Ermutigung zuzusprechen.
Ein Kommentar




[...] An unseren Schulen und Arbeitsplätzen ist das anders. Nicht meine Freude an der Arbeit zählt, sondern die erreichte Note, die erreichte Arbeitsmenge. So bleibt mir nichts anderes als mich wieder auf die Ausnahmesituation der Festtage zu freuen, gute Vorsätze zu fassen und danach wieder in den Alltag zurückzukehren. [...]