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Archiv für die Kategorie 'Kids & Teens'

Feb 05 2010

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E. Bohrisch

Zeugnissorgen | Schulprobleme

Zweimal im Jahr ist dieses Thema akut. Zweimal im Jahr schlagen die Wellen in den betroffenen Familien hoch. Was mich dabei wundert, ist die Tatsache, dass Noten in Zeugnissen keine plötzlichen, unvorhersehbaren Ereignisse sind. Bei normaler Anteilnahme am Alltag der Schülerinnen und Schüler sollten Eltern schon lange vorher wissen, dass ihre Kinder sich auf ein Problem zu bewegen. Statt des plötzlichen Erschreckens hilft eine freundliche ständige Aufmerksamkeit der Eltern. Man kann dann Probleme, die sich ankündigen, in einer ruhigen zugewandten Atmosphäre besprechen, Lösungen finden und sie in die Tat umzusetzen. Saisonal sich wiederholende Aufregung und Hektik verhindern im Gegensatz dazu Lernen und Veränderung. Wenn Eltern konsequent und gemeinsam an einem Strang ziehen und sich nicht gegenseitig ausbremsenkaum sind die meisten Schwierigkeiten auf diesem Wege zu lösen.

Was ist jedoch zu tun wenn die Kids sich auch freundlicher Anteilnahme verweigern? In der Pubertät laufen so viele Veränderungen im Körper insbesondere im Gehirn der Jugendlichen kommt dass sie oft selbst nicht wissen was sie wollen sollen oder sogar selbst wollen. Auch hilft nur mit gleich bleibender Konsequenz und Freundlichkeit mit ihnen umzugehen. Auch hier gilt, dass Fehlerfreundlichkeit weiterführt als pädagogische und moralische Appelle.

Wenn Eltern sich unsicher sind wie sie reagieren sollen, wenn das Problem zu lange anhält, dann ist es hilfreich fachlichen Rat in einer Beratungseinrichtung wie der unseren ( IFK-E ) oder in einer öffentlichen Beratungsstelle aufzusuchen. Dort können Eltern und betroffene Schüler in einer neutralen und ruhigen Atmosphäre mit einer Beraterin oder einem Berater sich Sicherheit dafür holen, dass sie ohnehin schon auf dem richtigen Weg sind. Oft ergeben sich im Beratungs-Prozess auch neue und einfachere Möglichkeiten Lernen, und Familienleben erfolgreicher und zufrieden stellender zu gestalten.

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Jul 16 2009

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B. Rapp

Trennungs-/Scheidungs Kindergruppe | Ein Bericht

Die Lebensberatungsstelle Bad Kreuznach hat mit der Unterstützung des Mehrgenerationenhauses, der Familienbildungsstätte und der Jugendämter Bad Kreuznach zum wiederholten male diese Gruppe mit großem Erfolg ausgerichtet.

Das Gruppenangebot der TSK-Gruppe richtet sich an Kinder und Eltern von Trennungsfamilien, sowie neue Partnerinnen und Partner. Bei 12 wöchentlichen Gruppentreffen, Vor- und Nachbereitung dauert das gesamte Projekt ca. 5-6 Monate. Das Angebot bietet Bewältigungsstrategien auf verschiedenen Ebenen der Familie an. Durchgeführt werden die Kurse von zwei systemischen Familientherapeutinnen.

Nach der Regelung der institutionellen Rahmenbedingungen, Kostenplan und Festlegung aller Termine für die TSK-Gruppe informieren wir Presse und Fachkollegen vor Ort.

Da die Gruppengröße auf 6-7 Kinder beschränkt ist, gibt es mehr Anfragen als wir annehmen können. Unsere letzte Gruppe bestand aus sieben 8-10 jährigen Mädchen und Jungen.

Das Anmeldeverfahren

Nachdem ein Elternteil Kontakt mit uns aufgenommen hat findet ein Aufnahmegespräch statt. Wir klären, ob beide Eltern gemeinsam kommen können, bei Hochstrittigkeit der Eltern laden wir getrennt ein und nehmen gegebenenfalls selbst den Kontakt zum anderen Elternteil auf. Es ist wichtig, dass die Kinder sicher sind, dass Vater und Mutter wissen und unterstützen, dass sie in diese TSK-Gruppe gehen. Wir möchten beide Eltern kennen lernen, etwas über ihre Beziehung zum Kind und ihre Sichtweisen zur Trennungsgeschichte erfahren.

Ablauf des ersten Elterngesprächs

Wir bitten die Eltern, erst aus ihrer eigenen Sicht und möglichst auch aus der Sicht ihres Kindes diese Krisenzeit in Bezug auf Belastungen, Veränderungen im Verhalten, Schule, soziale Kontakte, Freizeit und Freunde zu beschreiben. Wir möchten wissen, welche Wünsche das Kind wohl selbst haben könnte, bzw. sie als Eltern für ihr Kind haben und was am Ende der Gruppenzeit anders sein soll.

Wir geben den Eltern Informationen über den Ablauf der Gruppenstunden und die Gruppenthemen, den Elternabend und die regelmäßig durchgeführten Mütter- und Vätertreffen.

Nach erfolgreicher Anmeldung schicken wir den Kindern ca. eine Woche vor Gruppenbeginn einen Brief, indem wir uns vorstellen und sie zum ersten Gruppentreffen einladen.

Durchführung der Gruppenstunden für die Kinder

Es ist uns wichtig den Kindern mit einer äußeren Rahmung Sicherheit und Verlässlichkeit in der Zeit ihrer großen Orientierungslosigkeit zu bieten. Deshalb legen wir großen Wert darauf, die Struktur der Gruppenstunden stets nach einem ähnlichen Muster ablaufen zu lassen. Es gibt die Sequenzen Ankommen und Begrüßung im Flur, Ankommen im Gruppenraum auf dem eigenen Platz, Gruppenspiel, thematisches Arbeiten. Pause mit Getränken, Obst und Keksen, um die dort informelle Kontaktmöglichkeit der Kinder untereinander zu ermöglichen und Spiel oder Wahrnehmungsübungen, Verabschiedung.

Inhalte/Ziele der Gruppenzeit

  • Kennenlernen und in Kontakt gehen

  • Aus einer Familie werden zwei Familien, veränderte Wohn- und Lebensräume, neue Partner der Elternteile und deren Kinder, Anerkennung unterschiedlicher Lebensmodelle

  • Umgang mit und Ausdrucksmöglichkeiten von Gefühlen, sicherer Ort, Selbstregulierung

  • Realistische und unrealistische Wünsche, aussprechbare und unaussprechbare Wünsche im Zusammenhang ihrer derzeitigen Familiensituation

  • Wertschätzung, Ehrung, Würdigung jedes einzelnen Kindes (z.B. „Spielleiter“, „Krönungszeremonie“, „ich mag an dir“ – Karten) und Respekt gegenüber den anderen Kindern und GruppenleiterInnen

  • Perspektiverweiterung und Empathie

  • Planung und aktive Gestaltung des Abschieds von der Gruppe

Die oben genannten Themen bilden einen relativ lockeren roten Faden für den Ablauf der Gruppenzeit. Wir wissen um unsere Ziele, arbeiten prozessorientiert und lassen uns auf die Kinder ein. Wir reagieren situativ auf das, was sie uns aktuell an Verhalten zeigen und mitbringen.

Beispiel zum Inhalt der ersten Gruppenstunde

Nach der Begrüßung aller Kinder bereits im Flur betreten wir gemeinsam den vorbereiteten Gruppenraum. Er bietet genug Platz, dass wir mit Matten einen großen Stern legen können, so dass für jedes Kind ein „kleines Feld“ als eigener Raum auf dem Boden zur Verfügung steht. Dieser Platz ist groß genug zum Sitzen, Liegen, Alleine-sein oder jemanden zu sich einzuladen. Dieser eigene Raum wird in der ersten Stunde intensiv „erkundet“. Seine Grenzen und Begrenzungen, d.h. Länge, Breite, Höhe, vorne – hinten, werden körperlich durch die Bewegungen der Kinder erfahren und mit Stimme und Körpersprache („Halt! Auf meine Matte nicht!“ und/oder „Ich möchte Dich gerne zu mir einladen“) als persönlicher Raum eingenommen.

Jedes Kind sucht sich eine farbige Arbeitsmappe für die zu sammelnden eigenen Materialien aus (Bilder, Texte, Karten, Fotos) und ein farbig dazu passendes Tuch, das in allen folgenden Stunden als persönliches Kennzeichen den eigenen Platz markiert.

Schon hier wird einer der wichtigsten Schwerpunkte unserer Arbeit deutlich. Wir bieten den Kindern viel Raum zur Körperwahrnehmung an. Sie lernen sich selbst zu spüren. Die eigenen Grenzen und Wirksamkeiten und die der anderen Kinder wahrzunehmen und zu respektieren stärkt Selbstvertrauen und Selbstverantwortung.

Im Bewegungsspiel erfahren wir sehr viel über die Kinder und kommen schnell an ihre Fähigkeiten und Ressourcen, an denen wir in den folgenden Gruppentreffen methodisch weiter arbeiten.

Beispiel zum Inhalt der ca. vierten Gruppenstunde

Kinder mit einem hohen Aggressionspotential oder starker Gehemmtheit, bzw. Rückzugsverhalten profitieren davon, wenn sie im „Spiel“ die Erlaubnis bekommen zu toben, treten, boxen, schlagen und schreien. Sie dürfen sich dabei als „richtig“ erleben und werden „angefeuert“, noch mehr „Kraft, Energie, Wut“ heraus zu lassen. In diesem “Parcours der Gefühle” erleben wir gerade bei diesen meist unverstandenen Kindern ein AHA-Erleben. Hier steigen sie mehr als die anderen Kinder sehr real in das Gefühl der Wut ein, fühlen sich gesehen, ernst genommen und spüren häufig zum ersten Mal nach einem solchen Ausagieren eine Erschöpfung, die als wohltuende Entspannung erlebt wird.

Das Spiel mit Farben, der Umgang mit dem eigenen Körperschema und Selbstbild, das Gestalten ihrer inneren Bilder mit Legematerialien, Interaktionsspiele, das Weitererzählen von Fantasie- und Trennungsgeschichten sind weitere wichtige methodische Elemente.

Mit der Sicherheit der Verschwiegenheit und dem sicheren Beziehungsangebot der Gruppenleiterinnen können die Kinder immer mehr aus der Anspannung des Loyalitätskonfliktes heraus treten. Das Miterleben der Geschichten, Wünsche und Sorgen der mit betroffenen Kinder in der Gruppe ermutigt sie, die eigenen schwierigen Themen zum Ausdruck zu bringen.

  • „Sie streiten ständig um mich, ich fühle mich total zerrissen, am besten ich gehe zu keinem von ihnen“. (Äußerung eines Kindes, nachdem es ein Selbstbild gemalt hat.)

  • „Ich will mehr über Mama wissen“ (Ein anderes Kind, nachdem es merkt, dass es beim Gestalten des Familienbildes einen Elternteil „vergessen“ hat.)

Wir besprechen mit den Kindern, welche Wünsche wir, die Gruppenleiterinnen, den Eltern im Abschlussgespräch mitteilen sollen und welche sie jetzt auch schon selbst mit ihnen klären können.

Den Kindern ist es wichtig zu wissen, dass ihre Eltern in der Zeit des Gruppenangebotes auch selbst an der Auseinandersetzung ihrer eigenen Trennungsgeschichte arbeiten. Sie fragen ihre Eltern „Gehst du zum Mütter/Väter Treffen?“, „Viele Grüße an ……!“ (gemeint ist die Gruppenleiterin). Von ihrer eigenen Arbeit in der Gruppe erzählen sie meist wenig. Die Eltern melden zurück, dass sie auf ihr Nachfragen kaum Antworten bekommen und merken, dass ihr Kind sich verändert. Die Kinder werden mutiger, deutlicher und präsenter im Umgang mit ihren Geschwistern, Lehrern, später auch gegenüber den Eltern. Das ist nicht immer angenehm, da Auseinandersetzungen und Streit auch zunehmen. Dies zu verstehen, auszuhalten und einen positiven Sinn darin zu sehen gelingt manchmal erst nach dem Austausch mit den anderen Müttern und Vätern.

Müttertreffen und Vätertreffen

Das Angebot ist freiwillig und wird von ca. 2/3 der Eltern angenommen. Die Treffen sind Gesprächskreise, die von den Teilnehmenden sehr schnell thematisch selbst gestaltet werden und dann von einer der Gruppenleiterinnen nur noch moderiert werden. Sie finden im 14 tägigen Abstand für ca. 2 Stunden statt und geben viel Raum für das eigene Erleben in der Beziehung zu ihren Kindern, dem Unterscheiden von Elternebene und noch unverarbeiteter Paarebene, der eigenen Wut, den Ängsten und Sorgen, Hochs und Tiefs der neuen Partnerschaften.

Genau wie in der Kindergruppe profitieren hier die Eltern von der Gruppe Gleichbetroffener, von ähnlichen und doch unterschiedlichen Geschichten und Umgangsformen.

Ein wichtiges Thema stellt jedesmal die Vorbereitung auf den Elternabend dar, der etwas nach der Mitte der Gruppenzeit statt findet und zu dem beide Elternteile schriftlich eingeladen werden. Das Wissen um das Zusammentreffen mit dem Ex-Partner und dass man mit Ihm/ihr noch die gemeinsamen Themen um das gemeinsame Kind hat, wird bei (noch) Hochstrittigkeit der Eltern auch ambivalent erlebt. Auch hier hilft die „eigene Gruppe“, zu stärken und zu ermutigen.

Elternabend

Wir Gruppenleiterinnen gestalten diesen Abend so, dass er ausschließlich Informationen über die inhaltliche Arbeit mit den Kindern bietet. Wir legen hier keinen Schwerpunkt auf Interaktion oder Austausch. Es wird auch nicht über einzelne Kinder gesprochen.

Die Eltern bekommen beispielhaft kleine Sequenzen aus unserer Arbeit vorgestellt, die ihre Kinder erfahren haben. Z.B. das Ankommen im fremden Raum, Demonstration des „Parcours der Gefühle“, Wertschätzung des eigenen Platzes anhand eines symbolischen Bildes, Vorstellung der Geschichte „Conni’s Eltern trennen sich“, usw. Unser Ziel ist es hier, die Eltern ins eigene Erleben zu führen und für das Erleben ihrer Kinder zu sensibilisieren.

Abschlussgespräch mit den Eltern

Gemeinsam oder getrennt finden am Ende der TSK-Gruppe Abschlussgespräche statt.

Wir fragen die Eltern nach den Auswirkungen der Gruppe auf die einzelnen Familienmitglieder und insbesondere auf das teilnehmende Kind. Was sich zu Hause verändert hat und ob ihre Wünsche für das Kind erreicht wurden.

Wir berichten über unsere Eindrücke und das, was wir über das Kind gelernt und was wir verstanden haben. Seine Stärken und Fähigkeiten, Bewältigungsstrategien und Selbstregulierungsmechanismen, über Autonomiewünsche, Empathiefähigkeit und über die grundsätzliche Akzeptanz von Kindern, sich auf neue Lebensmodelle positiv einzustellen.

Manchmal kommt es zu Empfehlungen für die Familie noch eine Zeit lang Beratungsunterstützung in Anspruch zu nehmen. Wir leiten dann das weitere Vorgehen in die Wege.

Fazit und Ausblick

Die Kinder profitieren sehr direkt von der TSK-Gruppe. Ihre Fähigkeit spontan mit Stimmungen und Handlungen auf Situationen zu reagieren und sie noch nicht kognitiv zu kontrollieren, führen im Verlauf der TSK-Gruppe schnell zum Wachstum von Ich-Stärke, Selbstvertrauen und Selbstwirksamkeit. Dies gilt es nun auf Dauer in den Familienalltag zu integrieren und braucht die Unterstützung der Eltern und neuen Familien.

Für viele Eltern ist die Mitarbeit in der Trennungs-Scheidungs-Gruppe der erste Kontakt zu beratender Unterstützung. Sie erfahren, dass Kooperation und die Anteilnahme an jedem Familienmitglied entlastend wirkt und dass eingefahrene belastende Dynamiken auflösbar sind. Haben sie im Prozess ein Verstehen über ihr Kind und sich selbst wahrnehmen können, so ist Nachhaltigkeit und Intergation der positiven Veränderungen am besten möglich.

Elternteile mit neuen Partnern äußern manchmal deren Wunsch, für sie stände auch noch ein Platz in dem Prozess der Gruppenzeit zur Verfügung. Ich selbst halte dies als systemisch arbeitende Beraterin natürlich für sehr sinnvoll. Die neuen Partner haben eine wichtige Beziehungsfunktion für die Kinder und manchmal auch Anteil daran, wie die Eltern nach der Trennung/Scheidung in Kontakt miteinander sind . Eine Realisierung (Kosten- und Zeitaufwand) konnten wir bis auf wenige Einzelfallausnahmen bisher jedoch noch nicht umsetzen.


Zusammenfassung:
Sieben 8-10 jährige Kinder und zwei Gruppenleiterinnen feierten zusammen Abschied nach einer fast 4-monatigen gemeinsamen Gruppenzeit. Die Kids haben sich in dieser Zeit mit der Trennung/Scheidung ihrer Eltern intensiv auseinander gesetzt.

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Jun 03 2009

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B. Rapp

“Erwachsen auf Probe”

RTL darf seine umstrittene Sendung “Erwachsen auf Probe” zeigen. Das Kölner Verwaltungsgericht lehnte eine Verbotsklage ab. Das deutsche Familiennetzwerk hatte eine einstweilige Anordnung beantragt. Die Richter glauben jedoch, dass sie den Kindern jetzt sowieso nicht mehr helfen können. (Welt-Online)

Hier wird Mitmenschlichkeit und Menschenwürde mit den Füßen getreten. Wie kann es sein, dass das Grundgesetz nicht rechtzeitig gegriffen hat, greifen konnte?

Wie beschämend, dass das Engagement um eine gesunde Entwicklung unserer Kinder wieder so in’s Leere laufen musste.
Wie beschämend, dass die Sensationslust nun auch mit “Menschenversuchen” befriedigt werden muss. Siehe auch!

Ich wünsche mir, dass keiner diese Sendung einschaltet um sich am Missbrauch dieser Kinder zu ergötzen oder betroffen zu zeigen.

Wie geht es Ihnen mit dieser Nachricht?

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Mai 08 2009

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E. Bohrisch

Fehlerfreundlichkeit & Resilienz

Wie ist es möglich, dass manche Menschen mit nahezu jeder Situation, mit der sie im Leben konfrontiert werden, klarkommen? Wir denken, sie müssten unter den erzwungenen Änderungen leiden oder zerbrechen, aber weit gefehlt! Sie wirken wie ein Korken im reißenden Wasser. Sie werden umher geworfen, unter Wasser gezwungen, tauchen aber immer wieder auf und schwimmen scheinbar unbeschädigt weiter.

Diese Fähigkeit zu überleben und sich konstruktiv anzupassen teilen wir Menschen mit anderen Lebewesen, Tieren und Pflanzen mit lebenden Systemen. In der Wissenschaft wird diese Fähigkeit als Resilienz bezeichnet.

Ein System ist umso anpassungsfähiger je fehlerfreundlicher, je flexibler es ist. Ein Coalabär, der nur bestimmte Eukalyptusblätter frisst, hat  weniger zur Resilienz als eine Ratte. Je weniger wir festgelegt sind, je fehlerfreundlicher wir in unseren Erwartungen und Fähigkeiten, sind umso flexibler und gelassener können wir mit Hindernissen und Schicksalsschlägen umgehen.

Wenn man verschiedene Kulturen hinsichtlich ihrer Fähigkeit zur Anpassung, ihrer Fehlerfreundlichkeit vergleicht, findet man große Unterschiede. Daran wird deutlich, dass Resilienz nicht vorgegeben ist, sondern erlernbar ist. Ich wünsche mir, dass dies in Bildungsplänen und im Schulalltag beachtet wirden. Die jetzige Bildungswirklichkeit zeichnet sich in der Regel durch einen sehr geringen Grad an Resilienz aus. Die Folge sind eine hohe Zahl an gescheiterten Menschen.

Im Beratungs- und Coachingprozess geht es um die Entwicklung von Fehlerfreundlichkeit und Resilienz. Der Umgang mit unerwartet neuen und Angst auslösenden Situationen, mit starren Erwartungen und geringem Selbstvertrauen wird trainiert. Die Verhaltensmöglichkeiten weden erweitert.

Zusammenfassung:

Im Beratungs- und Coachingprozess geht es um die Entwicklung von Fehlerfreundlichkeit und Resilienz. Der Umgang mit unerwartet neuen und Angst auslösenden Situationen, mit starren Erwartungen und geringem Selbstvertrauen wird trainiert. Die Verhaltensmöglichkeiten weden erweitert.

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Mrz 31 2009

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B. Rapp

Berater sind auch Menschen oder: warum auch Berater irren dürfen (?)

Fragen, die jeder professionell Arbeitende im „Beziehungsgeschäft“ sich stellen muss, wenn er von Klienten eingeladen wird, bei deren Klärungs-, oder Lösungssuche zu helfen sind vielleicht:

Als wer oder was möchte ich in der Rolle als BeraterIn wahrgenommen werden? Wie wirke ich auf  meine Klienten? Was bin ich bereit von mir zu zeigen? Wie lautet mein beraterisches Selbstverständis im Umgang mit Menschen, die in Not geraten sind und nach Unterstützung suchen?

Die allermeisten Klienten und Klientensysteme die um Beratung anfragen bewegen sich auf unsicherem Gelände. Die Bodenhaftung ist ihnen verloren gegangen, das Selbstwertgefühl instabil oder gar gering, ihre Fähigkeiten zur selbstständigen Problemlösung in dieser Zeit wenig abrufbar. Für sie ist es wichtig, auf einen Berater zu treffen, der diese Zeit als einen zeitlichen Ausnahmezustand versteht und dem Klienten unterstellt, dass dieser alle Fähigkeiten zur Selbstbestimmung und Selbstentwicklung in sich trägt.
Er hat nun dem Klienten einen Erlebens-Raum zur Verfügung zu stellen, in dem dieser sich wahr- und angenommen fühlen kann. Der Berater bietet Möglichkeiten an, die der Klient ausprobiert und überprüft, ob sie für ihn stimmig sind. All dies geschieht in einer raumgebenden Präsenz von Seiten des Beraters und einer lebendigen Interaktion, in der stets bei beiden, Berater und Klient ein gutes Gefühl für den gemeinsamen Prozess bestehen muss.

Auch in einer solchen Atmosphäre wird es zu Fehlern kommen, d.h. nicht alles, was der Berater anbietet, passt zum Klienten und dessen Prozess. Dies zu bemerken und dann  gemeinsam aufzudecken und zu klären kann manchmal einer der entscheidenden Momente sein, die den Entwicklungs- und Veränderungsprozess in der Beratungssituation voranbringt.

Ehrlichkeit, Bodenhaftigkeit, Humor, Geduld, Fehlerfreundlichkeit, Echtheit, Mitgefühl und das Wissen darum, das jeder Mensch immer seine Fähigkeiten und Ressourcen in sich trägt, sind Bedingungen um selbstständig und selbstbestimmt zu ureigenen Lösungen zu kommen.


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Mrz 29 2009

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E. Bohrisch

Disziplin, Liebe, Humanismus und die Erziehungs-Diskussion unserer Tage

Abgelegt unter Beratung, Kids & Teens

Die Propagandisten von Disziplin und Durchgreifen in der Erziehung unserer Kinder geben vor, auf Struktur zu setzen, was leicht als systemisch missverstanden werden kann. Es handelt sich aber ausschließlich um den Drill von Regeln, die von außen gesetzt werden. Unsere Vorstellung von Erziehung setzt im Gegensatz dazu auf liebevollen Umgang zwischen Erziehern und Kindern und auf den Aufbau eine guten Eltern-Kind-Beziehung. Die Analyse dieser liebevollen Beziehungen, und ihre Entwicklung und Pflege sind Gegenstand unserer Arbeit in Coaching und Beratung.

Disziplin-Fans wie Winterhoff und Bueb, deren Bücher auf herausragenden Plätzen von Bestsellerlisten stehen, zeigen in ihren Handlungsvorschlägen und in ihrer Sprache ein Menschenbild, das mich frieren lässt. Es scheint, als hätten sie nie von den Reforrmpädagoginnen und Reformpädagogen der vergangenen zwei Jahrhunderte gehört. Sie scheinen auch neueste Forschung der Neurowissenschaften zu den Bedingungen von Lernen und Wachstum nicht zu kennen. Die Einfachheit ihrer Thesen scheint aber attraktiv.

In der Analyse vor Erziehungs-Missständen in unserer Zeit stimme ich mit den beiden genannten Autoren durchaus überein. Die Entwicklung moderner Gesellschaft hat zu einer Verarmung an sozialen Beziehungen geführt. So sind auch Eltern auf sich allein zurückgeworfen Sie neigen dazu, sich an ihren Kindern festzuhalten anstatt ihnen Schutz und Sicherheit auf dem Weg in die Welt zu geben, in eine Welt, die von Kindern erst erobert werden muss.

Der Ratschlag mit Drill und Durchgreifen die Welt für Kinder verstehbar und handhabbar zu machen erscheint mir absurd.

Humanistisch und systemisch orientiert ist unsere Idee zur Unterstützung von Eltern,diese zu ermutigen und sie in ihrer Beziehung als Mutter und Vater sowie als Mann und Frau zu stärken.

Außerdem erarbeiten wir mit Eltern, wie sie ihre von Liebe geprägte Beziehung zu ihren Kindern zur ermutigenden und fehlerfreundlichen Unterstützung ihrer Kinder einsetzen können, wenn diese bei dem Versuch ,die Welt zu begreifen, mal wieder daneben gegriffen haben.

Ähnliche Vorstellungen vertritt auch Wolfgang Bergmann, so auch in seinem neuesten Buch „Warum unsere Kinder ein Glück sind“, das ich als Lektüre zum Thema sehr empfehle.

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Mrz 25 2009

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E. Bohrisch

Warum unsere Kinder ein Glück sind | Buchbesprechung

In seinem neuesten Buch setzt sich Wolfgang Bergmann mit den z. Zt. sehr populären Erziehungs-Ideen von Winterhoff, Bueb und anderen auseinander.

Mit seinem pädagogischen Weltbild steht er in der Tradition aller Reformpädagogen der vergangenen zwei Jahrhunderte. Sein Erziehungs-Ideal entspricht auch unserem von den abrahamitischen Religionen und der Aufklärung geprägten humanistischen Menschenbild. Er hat auch die Ergebnisse neuer Forschung wie die der Neurowissenschaften, die das humanistische Menschenbild und die Ideen er Reformpädagogen  stützen,  verarbeitet.

So setzt er sich in erfreulicher Klarheit von  Ideen ab, die von Disziplin bestimmt sind. Er setzt dem Drill à la Winterhoff und Bueb die Überzeugung entgegen, dass Erziehung gelingt, wenn Eltern und Erzieher in Liebe mit Kindern umgehen. In vielen Beispielen zeigt er, wie das Bemühen um gute, liebevolle Beziehungen Kindern und Erwachsenen eine konstruktive, sozial kompetente Entwicklung ermöglicht. Er ermuntert Eltern mit Phantasie und Liebe zu reagieren, wenn es nötig ist, Kindern auf den „richtigen“ Weg zu helfen.

Im ersten Teil setzt er sich konkret mit Winterhoffs Buch „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“ auseinander. Der zweite Teil beschreibt die gesamtgesellschaftlichen Hintergründe heutiger Erziehungsprobleme. Der dritte Teil , den ich mit besonderem Genuss gelesen habe, beschreibt eine Fülle konkreter Standardsituationen und mögliche kreative Lösungswege. Bergmann betont dabei zu Recht, dass die Beispiele keine Rezepte sind. Er will vielmehr zu Lust an Erziehung und zu liebevoller Phantasie ermuntern.

Ich empfehle dieses Buch allen Interessierten. Es ist sehr lesbar, kommt ohne Fach-Jargon aus und ist außerordentlich sympathisch.

Wolfgang Bergmann
Warum unsere Kinder ein Glück sind
So gelingt Erziehung heute
Beltz 2009

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Jan 01 2009

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E. Bohrisch

Sie fragen wir antworten!

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu Themen unserer Arbeitsbereiche haben,

wäre es toll, wenn Sie sie hier einbringen würden.

Das können Fragen zu

  • Erziehung, Partnerschaft, Familienkonflikten, Lebenskrisen sein,

oder auch solche die sich auf

  • Ausbildung, Beruf, Arbeit und Probleme am Arbeitsplatz beziehen.

Wenn Sie Ihre Frage oder Ihre Anregung als “Kommentar” einbringen,

werden wir hier im Blog darauf eingehen.

Wir stellen Ihre Fragen oder Anregung und unsere Antworten als neuen Beitrag

zur Diskussion, oder antworten Ihnen  per E-Mail.

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Aug 24 2008

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B. Rapp

Computersüchtig | Bergmann | Hüther

Kinder im Sog der modernen Medien

„Am eigenen Leibe“ muss ich häufig feststellen, dass es Bereiche gibt, in denen mich Kids und Jugendlichen heute „abhängen“. Bezogen auf sportliche Fitness, ehemalige Schulleistungen und der Auseinandersetzung in zwischenmenschlichen Beziehungen (z.B. denen der Pubertät) kann ich mich großzügig und „wissend“ zurück lehnen. Da habe ich meine eigenen Erfahrungen gemacht, kann mich mitteilen, austauschen und nachempfinden. Es gibt jedoch einen Bereich, da kann ich nichts mehr erzählen, da fühle ich mich komplett „draußen“. Und das macht mich unruhig und hilflos, da suche ich nach Informationen, beobachte mit Argusaugen eine Faszination die mir fremd ist, reagiere überempfindlich, genervt, setze Grenzen ohne Überzeugung und Nachvollziehbarkeit. 

Jetzt habe ich dieses Buch des Erziehungswissenschaftlers Wolfgang Bergmann und des Neurobiologen Gerald Hüther gelesen, die sehr kompakt meine Fragen und Bedenken beantwortet und Verstehbarkeit hergestellt haben.
Die Zusammenhänge aus Entwickungspychologie und biologischer Hirnentwicklung und die gesellschaftlichen und generationalen Veränderungen von Wertethemen sind hier sehr anschaulich beschrieben. 
Beruhigung, Schärfung der Aufmerksamkeit und das Gefühl, wieder ein Stück weit in der Aktualität der Zeit- und Entwicklungsgeschehnisse zu sein, hat sich eingestellt.

Gut hätte ich gefunden, wenn der Titel des Buches mit einem Fragezeichen (Computersüchtig?) versehen worden wäre. Es gibt Antworten auf den aktuellen Stand in der eigenen Familie zum Thema Umgang mit Medien und Anregungen und Unterstützung, wenn Kinder und Jugendliche den Weg in die Abhängigkeit bereits betreten haben.

Ich halte dieses Buch für sehr empfehlenswert.

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Jul 25 2008

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B. Rapp

Nein aus Liebe | Jesper Juul

Klare Eltern – starke Kinder

ist der Untertitel dieses kleinen Büchleins, dass nicht nur wegen seines Formates und der ansprechenden Illustration auf dem Bucheinband als Lektüre sehr zu empfehlen ist.

Jesper Juul, Familientherapeut, Konfliktberater, Lehrer und Autor schreibt dieses Buch auf seinem sehr großen Erfahrungshintergrund in der Arbeit mit Familien und zwischenmenschlichen Beziehungen. Es ist gespickt mit Beispielen und anregenden Handlungsalternativen und sein fehlerfreundliches Menschenbild regt an und erlaubt, in die wechselnden Perspektiven – die der Eltern und die der Kinder – einzutauchen. Das Ziel seiner Arbeit „die Eltern bei der Suche nach neuen Wegen in der Erziehung zu unterstützen und nicht, sie in ihrem Versagen zu bestätigen“ hat er m.E. voll erreicht.

Das Buch durchstreift alle Entwicklungsphasen vom Säugling bis zum jungen Erwachsenen und lässt auch nicht den Blick auf die Paarbeziehung innerhalb der Elternschaft aus. Den Tenor des Buches, auf die eigene Authentizität zu achten, sie evtl. nachzuentwickeln und damit den Kindern die Möglichkeit zu geben ihre eigene Persönlichkeit zu leben, hält Juul konsequent aufrecht.

Wenn Sie sich angesprochen fühlen sollten von den folgenden kurzen thematischen Einblicken, dann möchte ich Ihnen dieses Buch wärmstens empfehlen. 

Die Untrennbarkeit eines gesprochenen Wortes von der Körpersprache und Sprachmelodie. 
Das Reden auf Augenhöhe und die Qualität einer Diskussion. 
Das Reden über sich selbst – damit es nicht zum überschreiten der persönlichen Grenze und der Verletzung der Würde des anderen kommt. 
Eltern als Sparringspartner für unsere Jugendlichen, d.h. mit maximalen Widerstand und geringstmöglichen Schaden präsent bleiben. 
Unseren Kindern vertrauen, auch wenn unsere Ideologie nicht mehr die der Jugendlichen ist.
Die Sprache der Liebe ist weder positiv noch negativ. Sie ist persönlich.

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