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Archiv für die Kategorie 'Frauen & Männer'

Jun 04 2010

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B. Rapp

Ankündigung | ab Juli

Unsere Erfahrungen aus den Gruppen mit Kindern, die Trennung/Scheidung in ihren Familien erleben , haben uns gezeigt, wie wichtig es ist, auch Eltern eine Möglichkeit anzubieten, sich mit Gleichbetroffenen in einem geschützten Raum austauschen zu können.

Das Erleben in Gruppen, wo ähnliche und unterschiedliche Geschichten und Umgangsformen zusammen treffen, wirkt entlastend und lassen neue Wege und Perspektiven zu.

Dieses Angebot richtet sich nun insbesondere an Frauen, die in einem Trennungsprozess fest stecken, die nach einer Trennung neuen Mut und Kraft für zukünftige Beziehungen schöpfen möchten, die einen geschützten Raum brauchen, um über ihre eigene Wut, Ängste und Sorgen laut nachdenken wollen.

Diese Angebotsform gilt selbstverständlich auch für Väter! Bei genügender Nachfrage und Anmeldung (mind. 6 Männer) starten wir auch wieder eine Vätergruppe.

Die Gruppentreffen finden im 14 tägigen Abstand für ca. 2 Stunden statt. Wenn Sie Interesse zur Teilnahme an diesem Angebot haben, nehmen Sie bitte über das Kontaktformular oder Anruf Kontakt zu uns auf. Sie erhalten dann weitere Informationen.

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Mai 05 2010

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B. Rapp

Ehekrieg | Verstrickung & Lösung

Nachdem die Phase der Verliebtheit erfolgreich überstanden ist, sind Paare angekommen in der Zeit der Paarbeziehung, wo der/die PartnerIn nicht mehr idealisiert werden kann. Alle Eigenarten, alle vermeintlichen Schwächen rufen nur noch wenig Toleranz hervor und es werden Versuche gestartet, den Partner einer Umerziehung zu unterziehen.

“Was tun Sie”, wurde Herr K. gefragt, “wenn Sie einen Menschen lieben?”

“Ich mache einen Entwurf von ihm”, sagte Herr K., “und sorge, dass er ihm ähnlich wird.”

“Wer? Der Entwurf?”

“Nein”, sagte Herr K.,”der Mensch.”

Schaffen Paare es nicht im Sinne dieses Berthold Brecht-Zitates inne zu halten und ihre Situation gemeinsam zu überdenken, kann dies weitreichende Folgen haben. Viel Energie wird verschwendet für chronisches Debattieren. Streiten führt zu heftigen Eskalationen. Schließlich kündigen fortdauernder Kampf, Gewalt und Kriegsführung die Trennung an. Wird jetzt die Meinung „Wenn doch nur der/die Andere sich geändert hätte“, aufrecht erhalten, lässt sich leicht eine Prognose für zukünftiges Scheitern der nächsten Paarbeziehung stellen. Es kommt mit hoher Wahrscheinlichkeit zur Wiederholung dieses Kreislaufs: Verliebt sein und die Faszination einen neuen Menschen kennenzulernen und lieben zu wollen. Schließlich wird der gleiche Punkt des Wunsches nach Umerziehung erreicht: „Wenn er/sie doch bloß anders wäre“.  Der Kreislauf beginnt von Neuem.

Manche andere haben die Nase voll von wiederholendem Beziehungsärger und der anstrengenden Beziehungsarbeit. Sie beschließen als Single allein zu bleiben.

Entscheiden sich Paare gegen Auseinandersetzungen und für ein paralleles Leben, dann  geht es weder mit noch ohne einander. Beim “alleine zu zweit leben” halten die Partner ein hohes Spannungsniveau auf lange Zeit aus. Eine vermeintliche Ruhe in der Partnerschaft trügt. Persönliche Weiterentwicklung kann sich auch hier nicht frei entfalten, da viele Facetten des notwendigen Erlebens quasi auf Eis liegen.

Egal, welcher Weg in Krisenzeiten eingeschlagen wird, hilfreich ist Unterstützung und Anteilnahme durch Beratung. Hier kann Reflektieren des eigenen Verhalten, Herausfinden von Zielen und Sinn für das eigene Leben und die Partnerschaft in geschütztem Raum begleitet werden.

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Mrz 31 2010

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E. Bohrisch

Leitungsarbeit und Familienarbeit, ein gespanntes Verhältnis

Abgelegt unter Allgemein, Frauen & Männer

Nur mit vollem Einsatz können Leitungskräfte und Manager die Aufgaben, die sich ihnen stellen, bewältigen. Dazu auch ein glückliches, gewinnbringendes Paar- und Familienleben zu führen ist schwierig bis problematisch. Familienarbeit auf der einen Seite und Leitungsarbeit auf der anderen stehen miteinander in Konflikt um die Verteilung von Aufmerksamkeit und Zeit. Lässt sich Aufmerksamkeit bei vorhandenem Willen mit emotionaler Disziplin durchaus noch gerecht verteilen, so ist das Zeitmanagement in höchstem Maße schwierig.Beide Bereiche erfordern ein Mindestmaß an Zeit, die zusammen mit der nötigen Erholungszeit und Zeiten zur persönlichen Rekreation wie Sport im Tagesdurchschnitt mehr als 24 h ergeben. Eine Aufgabe, die eigentlich unlösbar erscheint.

Aus dieser Situation entstehen oft konfliktträchtige Situationen für beide, den Betrieb und die Familie. Betriebe, die sich in krisenhaften Zuständen befinden, führen oft auch zu Spannungen und Konflikten innerhalb von Familien. Umgekehrt führen Paar- und Familienkonflikte, insbesondere wenn sie über lange Zeit anhalten, zu Mängeln in der Leitungsarbeit und damit zur Gefährdung von Betrieben. Besonders häufig gilt dies für kleine, mittelständische Familienunternehmen und die damit verbundenen Familien. Ehen zerbrechen, Heranwachsende brechen aus, Betriebe verlieren Aufträge, Insolvenzen drohen. In all diesen Situationen ist die Frage, womit der Teufelskreis der Probleme begann, sinnlos. Die alte Frage nach Henne und Ei, wer zuerst war, ist bekanntlich eine falsche Frage. Hilfreich ist vielmehr eine Gesamtbetrachtung.

Menschen, die aus Unternehmerfamilien stammen oder gar aus Familienunternehmen, die an den Eltern beobachten konnten, wie der Spagat zwischen Leitungsaufgaben und Familienarbeit bewältigt werden kann, haben deutlich bessere Chancen als andere, die aus anderen Kulturen unserer Gesellschaft stammen. Daran sieht man, dass Zeitmanagement und angemessene Verteilung der persönlichen Aufmerksamkeit zwischen Arbeit und Familie offensichtlich erlernbar ist.

Hier in kurzer Zusammenfassung einige Aspekte von Leitungsarbeit und Familienarbeit, die vielleicht zu Komplikationen in der Paarbeziehung und mit der Familie führen:

Lange Arbeitszeit und häufige Geschäftsreisen stören oder unterbrechen gar den nötigen Austausch innerhalb der Familie.Hinzu kommt ein oft wenig disziplinierter Umgang mit Zeit, mit Aufmerksamkeit für die Bedürfnisse der Umwelt.

Mitunter wird der Arbeit des Partners der Partnerin durchgängig mit mangelndem Interesse und geringer Wertschätzung begegnet.

Die tägliche enge Zusammenarbeit mit anderen Frauen bzw. Männern im Betrieb führt leicht zu Affären.

Alltagssorgen und Erziehungssorgen bleiben oft einseitig dem Partner zugeordnet, der zu Hause arbeitet. Beim abendlichen Zusammentreffen in der Familie sind sie dann oft erstes Thema und treffen den Nachhause-Kommenden, der sich auf Ruhe freut, wie eine kalte Dusche.

Durch gemeinsame Arbeit, wenn nötig durch äußere Hilfe durch Beratung oder Coaching, lassen sich diese Hindernisse durchaus verändern und durch konstruktiveres Verhalten ersetzen. Das gilt, obwohl die Zeitnot in diesen Beziehungen objektiv vorhanden ist. Stammen die Partnerinnen und Partner aus einer Unternehmerfamilie, gelingt es meist besser, die durch die Arbeitssituation nahe liegenden Probleme von vornherein zu bewältigen.

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Mrz 08 2010

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B. Rapp

Kosten und Nutzen eines Paarberatungsprozesses

Viele Paare erzählen, wenn sie in Beratung kommen, dass sie das Ziel haben herauszufinden, ob sie sich trennen sollen. Sie berichten, dass sie in der Vergangenheit schon mehrmals an diesem Punkt angelangt waren. Die Entscheidung, ein klares inneres Nein gegen das ehemals innere Ja für die Partnerschaft zu setzen, zeigt, in welch gewaltigem Kraftakt sie sich befinden. Er ist mit sehr viel Nachdenken, Energieverlust, negativen Gefühlen und Zeitaufwand verbunden und die Kraft hat bisher nicht ausgereicht, zu einem eindeutigen Ergebnis und Handeln zu kommen.

Es gibt viele gute Gründe, die sich abzeichnenden Veränderungen im Leben der Beziehungspartner mit wiederholenden Anläufen anzugehen. Kein Mensch verändert sich gerne. Jeder erhält am liebsten den status quo, in dem er lebt aufrecht. Gemeinsamen Kinder, wirtschaftliche Abhängigkeit, Trauer um das gescheiterte Lebensmodell sind die wichtigsten Gründe.  Wird das Erleben im miteinander dann immer unerträglicher, folgen manchmal unterschiedliche Lösungsmodelle, um die Situation erst einmal abzumildern. Das können Liebesaffären sein, um sich vermeintlich emotional mal wieder satt zu machen. Das kann die Flucht in die Arbeit sein, um gemeinsamer Zeit aus dem Weg zu gehen. Das kann ein innerer und äußerer Rückzug sein, um den Anderen an seinem Leben nicht mehr teilhaben zu lassen. Auch Krankheiten oder sogenannte auffällige Kinder werden manchmal als Umgehungskreislauf genutzt. All dies sind hohe Preise, die die Partner auf sich nehmen, bevor sie sich in der Lage fühlen, über sich und ihre Beziehung wirklich ernsthaft nachzudenken.

Es ist auch nicht von der Hand zu weisen: Paarberatung

  • beinhaltet eine Investition an Zeit, Energie und Geld
  • beinhaltet ein großes Risiko, da das Ergebnis manchmal lange Zeit offen bleibt und dies ausgehalten werden muss
  • beinhaltet die Bereitschaft vergangene Verletzungen anzuschauen und zu bearbeiten und Versöhnung zuzulassen
  • ist die Bereitschaft, mehr über sich selbst und den Partner erfahren zu wollen, als das, was man schon zu wissen glaubt
  • ist nicht nur die Arbeit an der Beziehung, sondern hauptsächlich an sich selbst, mit dem Gewinn, den Partner viel intensiver kennen zu lernen und sich selbst besser zu verstehen

Paare, die den Aufwand und die Arbeit eines unterstützenden Beratungsprozesses auf sich genommen haben berichten, dass sie vor allem viel gelernt haben über sich selbst und ihre eigene Beziehungsfähigkeit. Das sie es geschafft haben, nicht nur ihre persönliche Entwicklung, sondern auch die Partnerschaft als Entwicklungsprozess zu sehen, dessen Gestaltung gelernt werden kann.

Unabhängig ob am Ende des Beratungsprozesses eine Trennung oder eine Wiederannäherung stattgefunden hat, das Erleben von verstanden worden sein, entschleunigt zu haben, aus dem Gefühlschaos ausgestiegen zu sein und sich im Selbstwert wieder gestärkt zu fühlen, benennen beide Partner gleichermaßen als Gewinn. Ihr Mut ist gewachsen entweder für ein ICH UND WIR neu einzustehen, oder für den Schritt in einen Abschied mit dem anstehenden Trauerprozess. Auf jeden Fall ist der Mut für neue Schritte vorhanden.

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Feb 28 2010

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E. Bohrisch

Scheidung oder Paarberatung?

Irgendwann entscheiden viele Paare, dass sie auf Dauer zusammenleben wollen. Sie planen eine gemeinsame Zukunft, sie denken über Kindern nach, eventuell bauen sie gemeinsam ein Haus. Wie beim Aufbruch zu einer Urlaubsreise ist das Paar in Hochstimmung, voller Optimismus für die gemeinsame Zukunft. Manche heiraten, manche entschließen sich, ohne diese Rechtsform den Rest ihres Lebens zusammenzubleiben.

Nach den ersten 2-3 Jahren kehrt der Alltag unübersehbar zurück. Gewohnheiten und Eigenarten des Partners, der Partnerin, die im Zustand des Verliebtseins übersehen wurden, beginnen zu ärgern und zu nerven. Das Paar versucht sich wechselseitig zu erziehen. Das ist jedoch immer vergeblich. Welcher erwachsene Mensch will sich schon umerziehen lassen, der andere wird vielmehr als kleinlich, spießbürgerlich oder gar gemein erlebt. Verschärft wird das Ganze durch steigenden Stress im Alltagsleben, durch Karrieren, Schwangerschaften und Geburt eines Kindes. Gelingt es jetzt nicht, in einen fruchtbaren Austausch zu gelangen, kommt es zu einer bedrohlichen Krise.

Die Partner denken darüber nach sich trennen. Der Versuch, gemeinsam einen Neubeginn zu versuchen, sich auf das zurück zu besinnen was zum Verliebtsein geführt hat, was die Partner aneinander anziehend und liebenswert fanden, wird nicht unternommen. Da man sich gegenseitig als rücksichtslos und lernresistent erlebt hat, scheint die Trennung eine schnellere Lösung zu bieten. Sie ist jedoch mit großen Schmerzen, mit Streit und meist auch mit erheblichen finanziellen Kosten verbunden.

Die Alternative ist, dass das Paar sich miteinander auf den Weg macht und gemeinsam einen Neuanfang wagt. Sicher ist der Erfolg auch hier nicht ohne Kosten an Zeit, Schmerzen und Enttäuschungen zu erreichen. Das gilt übrigens für jedes Lernen. Der Gewinn liegt jedoch neben der Chance auf eine gemeinsame erfüllte Zukunft in einem Mehr an Lebenserfahrung und persönlicher Reife. Viele Paare bewältigen diesen gemeinsamen Lernprozess, indem jeder seine eigenen Fehler selbst ändern muss, ohne fremde Hilfe. Häufig ist jedoch fachliche Hilfe durch Beraterinnen und Berater angezeigt. In ihrer Begleitung ist der Lernprozess des Paares meistens kürzer und auch erfolgreicher.

Paarberatung und Eheberatung findet man in öffentlichen Beratungsstellen und in Praxen wie der unseren.

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Sep 01 2009

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E. Bohrisch

Lob der Vernunftehe | Arnold Retzer | Buchbesprechung

Eine Streitschrift für mehr Realismus in der Ehe.
Der vom Autor gewählte Untertitel.

Ich habe das Buch mit großem Vergnügen gelesen. Es ist reich an Wissen und Erfahrung. Es ist  humorvoll geschrieben, selbstkritisch und zeugt von Liebe zu den Menschen, was die vielen „Geschichten“, die einen Sachverhalt verdeutlichen, belegen.

Retzer verwendet einen Vernunftbegriff, bei dem Vernunft vom Gefühl durchdrungen ist.

Die sorgfältigen Anmerkungen nennen Quellen und geben weitere Erläuterungen und werden durch ein umfangreiches Literaturverzeichnis ergänzt.

Erwartungen, Wünsche, Illusionen, Ideen, Stolpersteine wie sie am Beginn und im Verlauf von Ehen und anderen lang andauernden Zweierbeziehungen häufig vorkommen, werden in jeweils einem Kapitel plastisch dargestellt. Der Bezug zur eigenen Lebenssituation ist leicht herzustellen, ohne dass der Autor lehrhaft ist.

Besonders gefallen hat mir das letzte Kapitel. „Vernünftig Schluss machen“. Wahrscheinlich auch deshalb, weil ich in meiner eigenen Berufspraxis häufig damit konfrontiert bin. Arnold Retzer gibt auch hier ein klares anschauliches Bild der Gefühlslage von Paaren, deren Beziehung zerbricht.

Fragen der „Schuld“ und des Umgangs mit den betroffenen Kindern werden besprochen.Entschiedenheit von Trennungen und die Notwendigkeit der Trauer werden gewürdigt.

Als Beispiel für den Geist des Buches hier ein kurzes Zitat (S 49 f) :

Retzer wünscht sich, dass die Vernunftehe „..sich der Liebe nicht verschließt und … auf das, was die Liebesbeziehung bietet, nicht verzichtet: eine höchtpersönliche, exklusive, existentiell bedeutsame und dadurch auch sinnstiftende Beziehung. Die erfolgreiche Vernunftehe setzt vernünftigerweise auch auf die Liebe, alles andere wäre unvernünftig“.

Eine Liebeserklärung an die dauerhafte, emotional tiefe Beziehung von Paaren.

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Jul 07 2009

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B. Rapp

Urlaub – Welch wunderbare Burnout-Prophylaxe

Burnout ist ein Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung kombiniert mit reduzierter Leistungsfähigkeit und fehlender Energie für Familie, Arbeit, Freunde und Freizeit.

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Wir wissen heute, dass Diskrepanzen und Wechselwirkungen in Bezug auf

  • Persönliche Charakteristika
  • Bedingungen am Arbeitsplatz
  • Partnerschaft und Familie
  • Gesellschaftliche Entwicklungen

die Wahrscheinlichkeit, in einem Burnout-Syndrom zu landen, erhöhen.

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Persönliche Eigenschaften, wie z.B.

  • hohe Ideale und Standards, hoher Stellenwert der Arbeit
  • große Erwartungen an sich selbst mit dem Drang zum Perfektionismus
  • großes inhaltliches Engagement und Gewissenhaftigkeit
  • bei gleichzeitig enormen Anforderungen und Erwartungen an die Arbeit von Mitarbeitern oder Kollegen

*

kombinieren sich häufig mit den Bedingungen des Arbeitsplatzes, wie z.B.

  • zu hoher Arbeitsbelastung (häufige Doppel- oder Dreifachbelastungen, z.B. wird „Arbeit“ mit nach Hause genommen)
  • dem Verlust an Einfluss und Kontrolle über das eigene Tun, es fehlt ein Erkennen von Selbstwirksamkeit
  • ein zu wenig oder ein zu viel an Verantwortung
  • einer fehlenden Identifikation mit der Gemeinschaft (Team, Abteilung, Firma)
  • Konkurrenzdruck, mangelhafter Konfliktfähigkeit im Arbeitsumfeld
  • fehlender Fairness, Gerechtigkeit und Respekt
  • unterschiedlichen Wertesysteme (die eigenen, die des Arbeitgebers, des Unternehmens)
  • Zeit- und Kostendruck
  • offenen oder verdeckten Feindschaften, Entwertungen und entwertender Umgangston, Neid statt Lob.

*

In den meisten Fällen lassen sich dann noch zusätzliche Belastungsfaktoren im privaten Bereich finden. Besteht die Diskrepanz zwischen Person und Job schon und kommt dann eine familiäre Eskalation dazu, gibt es keinen Puffer mehr, die belastenden Situationen abzufangen.

  • Krankheiten, Pflegeleistungen für Familienangehörige, Todesfälle innerhalb der eigenen Familie,
  • Konflikte/Krisen in der Partnerschaft (z.B. Trennung/Scheidung),
  • mit den Kindern, Eltern (z.B. Phasenübergänge),
  • fehlende Möglichkeiten psychohygienisch zu agieren (jammern, klagen, reden, Kraft holen bei vertrauten Personen)

erhöhen das Risiko eklatant.

*

Ein Burnout-Syndrom kann alle sozialen Gruppen und Menschen treffen und ist immer mehr auch in unserer Beraterpraxis anzutreffen. Wir richten und klären in der Beratung gemeinsam mit dem Klienten den Blick auf die Felder seiner belasteten Lebenswelten.

Eine hervorragende Vorsorgemaßname gegen Burnout sind Sport und Urlaub in der Natur.

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Mai 28 2009

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B. Rapp

Psychologische Beratung, Coaching oder Training? oder: Warum systemisch? zum Dritten

Frage einer Klientin bei unserem ersten Termin zum Kennenlernen:
„Ich weiß, ich muss etwas tun, aber was ist das Richtige für mich? Psychologische Beratung, Coaching oder Training?“,
  • Ich kann morgens schlecht aufstehen, fühle mich schwer, niedergeschlagen und müde. Mein Mann sagt sogar, ich bin depressiv“ – also eher eine psychologische Beratung?
  • In meiner Firma verliere ich mich im Tagesgeschäft, die Mitarbeiter sind unzuverlässig und faul. Für meine Kunden habe ich fast keine Zeit mehr“ – also eher ein Coaching für Führungskräfte?
  • Meine Kinder hören nicht, machen was sie wollen und bringen schlechte Schulleistungen nach Hause“ – also eher ein Elternkompetenztraining?

Ich bitte die Klientin, diese berechtigte Frage noch etwas zurück zu stellen und rege sie an, sich meine Arbeitsweise erst einmal anzuschauen und dann zu entscheiden, ob die „Chemie“ zwischen uns stimmt. Sie entscheidet nach dieser Sitzung in den Arbeitsprozess mit mir ein zu steigen. Aus den anfangs vereinbarten 10 Sitzungen sind 14 geworden, der gemeinsame Arbeitsprozess lief über 5 Monate. In den ersten 4 Wochen trafen wir uns wöchentlich, danach 14 tägig, später im Abstand von 3-4 Wochen.

Während ihres Beratungs-Prozesses laden wir zwischendurch auch Familienmitglieder in die Sitzungen ein. Zunächst ihren Ehemann, mit dem sie in drei „Kompakt-Paarsitzungen“ gemeinsam ihre Rollen als Partner, Eltern und Firmeninhaber beschreiben.

Dann Kinder und Partner zu zwei „Kompakt-Familiensitzungen“, in denen viel über Bedürfnisse, Wünsche, Zeit und Verantwortlichkeiten aller Beteiligten gesprochen und gearbeitet wird.

Virtuell bringen wir auch die Firma und die Kunden mit in den Beratungsraum und erarbeiten ein Organigramm und ein Leitbild.

Am Ende ihres Arbeitsprozesses verabreden wir, dass sie zukünftig ein- bis zweimal im Jahr zu einer Standortanalyse kommen wird.

Beim Rückblick und Abschiednehmen frage ich die Klientin, als was sie denn die Unterstützung nun wahrgenommen habe:

  • als psychologische Beratung,
  • Coaching
  • oder Training?

Hm, am liebsten würde ich keinen von den Begriffen benutzen. Ich erinnere mich oft an unsere erste Stunde und das Bild, in dem ich mich und meine Situation damals beschreiben sollte. Da habe ich mich als Wanderin gesehen, die unter der Last eines viel zu schweren Rucksacks kaum mehr den Kopf heben konnte und die sich mit ihren absolut letzten Reserven durstig und hungrig ziellos dahin schleppte. Sie haben mich quasi gestoppt, Anteil genommen an mir und meiner Situation und gezeigt, wie ich Gepäck sortieren, abladen und verteilen kann. Wie ich mich auch in unwegsamen und unübersichtlichen Gelände bewegen kann, ohne die Orientierung zu verlieren. Wie Seilschaften funktionieren, wann ich sichere oder gesichert werde. Und: sie haben die Bergführerin – Unternehmerin (lachend) in mir wieder stark gemacht, die gerne führt und ihr Ziel, zum nächsten Gipfel zu kommen wieder in den Blick genommen hat.“

Den eigenen Weg als Wanderung in unbekanntem Terrain zu verstehen und immer wieder auf eigene Fähigkeiten und Stärken zurück greifen zu können ist ein wunderbar „systemisches Bild“.

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Mrz 17 2009

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E. Bohrisch

Krise Coaching und Beratung

Plötzlich ist sie da, die „Krise“. Wir sind ganz überrascht. Dass sich an den Umständen und Fakten nichts geändert hat, übersehen wir. 

Nehmen wir als Beispiel die Wirtschaftskrise. Geld ist nie sicher, da sein Wert nur auf einer sozialen Übereinkunft beruht. Die Börse misst Stimmungen, keine realen Werte wie ein Pfund Butter oder ein Glas Bier! So kommt es leicht zu Illusionen, zu Überschätzungen, die dann wie eine Seifenblase platzen.

Ähnlich ist es mit Krisen im Arbeitsleben,sei es als Mitarbeiter, sei es als verantwortlicher Unternehmer oder Betriebsleiter. Auch Beziehungskrisen in Partnerschaft und Familie sowie persönliche Lebenskrisen zeigen das gleiche Bild. Fehlentwicklungen und Warnsignale werden so lange es geht übersehen und verleugnet.

Dass wir mit unserer Arbeit unseren Lebensunterhalt und den unserer Familie auch morgen sicherstellen können, kann niemand garantieren. 

Dass die Liebe unverändert aufregend und verlässlich bleibt ist unser Wunsch, aber nie sicher.

Dass wir nicht unbegrenzt jung , dynamisch und leistungsfähig bleiben weiß jeder. Dennoch übersehen wir allzu gerne, was vor uns sichtbar ist.

Da Krisen nicht zu übersehen sind, können wir sie als Signal nutzen, anstatt vor Schreck und Enttäuschung in Resignation zu erstarren. In Krisen sind Selbstverständlichkeiten fragwürdig. Die Chance jeder Krise besteht darin, dass Neues in den Blick kommen kann, dass  „Verbotenes“gedacht werden darf, dass Unerhörtes gesagt werden darf. Wir können Neues lernen.  Kein Lerngewinn ohne vorherige Verunsicherung! Eine Krise, aus der wir nichts lernen war vergeblich!. 

Das gilt für die Wirtschaft, das gilt auch für Partnerschaft, Familie und Beruf, das gilt für unseren Umgang mit Leben und Gesundheit.

Coaching und Beratung sind Stützen in Zeiten der Krise.Sie bieten Instrumente zur Analyse der Situation, des Ist-Standes und der Vorgeschichte. Sie helfen den Blick auf neue Möglichkeiten und Ziele auszurichten. Sie ermutigen, neue Pläne entschlossen anzugehen und umzusetzen.

Krisen sind Zeiten im Leben, in denen Coaching und Beratung besonders gewinnbringend eingesetzt werden können.

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Jan 01 2009

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E. Bohrisch

Sie fragen wir antworten!

Wenn Sie Fragen oder Anregungen zu Themen unserer Arbeitsbereiche haben,

wäre es toll, wenn Sie sie hier einbringen würden.

Das können Fragen zu

  • Erziehung, Partnerschaft, Familienkonflikten, Lebenskrisen sein,

oder auch solche die sich auf

  • Ausbildung, Beruf, Arbeit und Probleme am Arbeitsplatz beziehen.

Wenn Sie Ihre Frage oder Ihre Anregung als “Kommentar” einbringen,

werden wir hier im Blog darauf eingehen.

Wir stellen Ihre Fragen oder Anregung und unsere Antworten als neuen Beitrag

zur Diskussion, oder antworten Ihnen  per E-Mail.

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