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Archiv für die Kategorie 'Grundlagen'

Jul 05 2010

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E. Bohrisch

Entschleunigung, lebensnotwendig oder Urlaubstraum?

Abgelegt unter Allgemein, Grundlagen

Décélération, une nécessité ou un rêve de vacances ?

Es ist jetzt ein Jahr her, dass ich meinen ersten Bericht über einen Urlaub im Médoc schrieb. Die Ruhe, über die ich berichtete, haben wir auch dieses Jahr genossen. Frühsommer, vor der Saison, ist wirklich eine ideale Zeit zum Ausspannen.
Wieder haben wir die Landschaft, die Ruhe ausstrahlt, genossen. Angenehm für uns, gewohnt an die Hektik unseres Alltagslebens, ist die Gelassenheit und Freundlichkeit der Menschen im Umgang miteinander. An den Kassen der Supermärkte lösen auch lange Schlangen keine Unruhe aus. Alle haben Geduld, bis die Kunden vor ihnen ihre Einkäufe eingepackt und bezahlt haben. Der Stress der Kassenschlangen im Supermakt, wie ich ihn von Zuhause kenne, fehlt! Das gefällt mir und tut gut.
Une fois encore, nous avons bénéficié d’un paysage qui respire le calme. Pour nous qui sommes habitués à la vie quotidienne trépidante, il est agréable d’observer comment les personnes peuvent être calmes et amicales dans les relations avec les autres. Aux caisses des supermarchés, les longues files ne déclenchent pas d’incidents. Chacun patiente en attendant que les clients précédents aient emballé et payé leurs achats. Pas de stress des files d’attente aux caisses comme c’est le cas chez nous! Cela me plaît ; cela me fait du bien.
Leider scheint es nicht möglich, die positive Erfahrung des Urlaubs, für uns in Frankreich, in den Alltag zurückzubringen. Schon gleich hinter der Grenze, wir waren zwei Tage unterwegs, war es aus mit der Gelassenheit. Nach zwei Tagen 130 war der Autobahnverkehr, hektisch und drängend, ein Schock.
Malheureusement, il semble impossible de retrouver dans la vie quotidienne les expériences positives de nos vacances, que nous avons vécues en France. Après deux jours de route, dès la frontière franchie, le calme avait disparu. Après deux jours à 130 km/h, le trafic sur l’autoroute, avec son stress et son agitation, a été un choc.
Mich treibt die Frage um, wie es gelingen könnte, unser Leben wenigstens in zeitlichen Inseln auch im Alltag zu entschleunigen. Wir wissen, dass der Stress, der unseren Alltag beherrscht, krank macht, Beziehungen gefährdet, die Lösung von Problemen erschwert und unsere Leistungsfähigkeit beeinträchtigt.
J’en viens à me poser la question de savoir comment décélérer nos vies quotidiennes, comment au moins nous ménager quelques îlots temporels. Nous savons bien que le stress qui domine notre quotidien nous rend malades, met en péril nos relations, complique la résolution des problèmes et affecte nos capacités.

Ich wünsche mir, dass uns die Entschleunigung unseres Lebenstempos wenigstens zeitweise dafür aber regelmäßig gelingt!

J’en viens à souhaiter que nous ralentissions un peu le rythme de nos vies, au moins de temps en temps, mais régulièrement !

Und Sie?

Et vous ?

PS.: Meinen Freunden von l’Acacia im Médoc wünsche ich einen schönen Sommer und eine erfolgreiche Saison!

P.S. : Je souhaite un bel été et une bonne saison à mes amis de l’Acacia, dans le Médoc.

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Sep 22 2009

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E. Bohrisch

Kinder brauchen keine Härte | Tanja Dückers | Zeit-Online 22.09.2009

In der heutigen Ausgabe von “Zeit Online” hat Tanja Dückers einen Kommentar zur öffentlichen Reaktion zu den letzten Ereignissen jugendlicher Gewalt veröffentlicht. Ich habe dazu  an gleicher Stelle den folgenden Kommentar eingesetzt:

Ihr Beitrag, Frau Dückers, hat mir gut gefallen, schreiben Sie doch gegen das Desinteresse der politischen Klasse am Wohlergehen von Kindern und gegen den Strom öffentlicher Zustimmung zu den Thesen der Disziplin-Propheten à la Bueb und Winterhoff an.

Der rituelle Ruf nach schärferen Gesetzen und Verstärkung der Überwachung des öffentlichen Raums dient der Beschwichtigung des Entsetzens über das Ausmaß an unkontrolliert aufbrechender Gewalt. Der darunter hörbare Hilfeschrei der jungen Menschen nach einer realistischen Perspektive, ein erfülltes Leben zu führen und um Anerkennung, wird totgeschwiegen. Eine angenehme Ausnahme bildet hier die Einbeziehung des Täters in den ökumenischen Gottesdienst nach dem Amoklauf in Ansbach.

Mit Ihnen, Frau Dückers, wünsche ich mir für junge Eltern die Möglichkeit, ihren Kindern mit Zeit, Zuwendung, Verständnis und sicher auch mit liebevoller Autorität zur begegnen.

In Ihrem Kommentar weisen Sie, “hermann.12” auf die verfehlte Bildungspolitik in unserem Land als eine der Ursachen des Problems hin. Hier stimme ich Ihnen aus vollem Herzen zu! Ihr Verständnis von Autorität erscheint mir jedoch verdächtig autoritär. Autorität, wie ich sie verstehe, hat es nicht nötig durchgesetzt zu werden, es sei denn, es handelt sich nur um Macht. Das Verteufelte an “Autorität”, die “übers Ziel hinausschießt”, ist, dass sie ein überzeugendes Vorbild für die Wirsamkeit von Gewalt ist.

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Jul 07 2009

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B. Rapp

Veranstaltung: Coaching und Wein | Ein Bericht

Sowohl Coaching als auch ökologischer Weinbau bewegen sich in komplexen Systemen. Dem sozialen und dem Öko-System. In beiden Systemen geht es um Ausgewogenheit, Optimierung und Nachhaltigkeit.

Die Vorstellung der Arbeitsfelder im Bereich „Coaching und Coachingprozesse in Betrieben“ stieß bei den Teilnehmern unserer Abendveranstaltung am 30. Juni auf großes Interesse. Hans Peter-Müller vom Weingut Brühlerhof verstand es uns immer wieder nicht nur mit seinen köstlichen Weinen sinnlich „zu unterbrechen“. Er ergänzte unsere Erläuterungen mit seinem umfangreichen Wissen zum ökologischen Weinbau, seinen exzellenten Weinen und wunderschönen Fotos.

Die rege Diskussion, die sich um die Synergien von sozialen Systemen und dem Ökosystem entwickelte, führte uns hin zum Thema Fehlerkultur. Fehleranalysen und die Sinnhaftigkeit von Fehlerfreundlichkeit und Fehlervermeidungsstrategien wurden als wichtige Entwicklungsprozesse von Betrieben gesehen. Der Umgang mit Fehlern ist ein zentrales Element für das Überleben von Systemen, von Betrieben.

Angeregt durch die vielen positiven Rückmeldungen  werden wir im Herbst 2009 diese Veranstaltung wiederholen.

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Jul 07 2009

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B. Rapp

Urlaub – Welch wunderbare Burnout-Prophylaxe

Burnout ist ein Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung kombiniert mit reduzierter Leistungsfähigkeit und fehlender Energie für Familie, Arbeit, Freunde und Freizeit.

*

Wir wissen heute, dass Diskrepanzen und Wechselwirkungen in Bezug auf

  • Persönliche Charakteristika
  • Bedingungen am Arbeitsplatz
  • Partnerschaft und Familie
  • Gesellschaftliche Entwicklungen

die Wahrscheinlichkeit, in einem Burnout-Syndrom zu landen, erhöhen.

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Persönliche Eigenschaften, wie z.B.

  • hohe Ideale und Standards, hoher Stellenwert der Arbeit
  • große Erwartungen an sich selbst mit dem Drang zum Perfektionismus
  • großes inhaltliches Engagement und Gewissenhaftigkeit
  • bei gleichzeitig enormen Anforderungen und Erwartungen an die Arbeit von Mitarbeitern oder Kollegen

*

kombinieren sich häufig mit den Bedingungen des Arbeitsplatzes, wie z.B.

  • zu hoher Arbeitsbelastung (häufige Doppel- oder Dreifachbelastungen, z.B. wird „Arbeit“ mit nach Hause genommen)
  • dem Verlust an Einfluss und Kontrolle über das eigene Tun, es fehlt ein Erkennen von Selbstwirksamkeit
  • ein zu wenig oder ein zu viel an Verantwortung
  • einer fehlenden Identifikation mit der Gemeinschaft (Team, Abteilung, Firma)
  • Konkurrenzdruck, mangelhafter Konfliktfähigkeit im Arbeitsumfeld
  • fehlender Fairness, Gerechtigkeit und Respekt
  • unterschiedlichen Wertesysteme (die eigenen, die des Arbeitgebers, des Unternehmens)
  • Zeit- und Kostendruck
  • offenen oder verdeckten Feindschaften, Entwertungen und entwertender Umgangston, Neid statt Lob.

*

In den meisten Fällen lassen sich dann noch zusätzliche Belastungsfaktoren im privaten Bereich finden. Besteht die Diskrepanz zwischen Person und Job schon und kommt dann eine familiäre Eskalation dazu, gibt es keinen Puffer mehr, die belastenden Situationen abzufangen.

  • Krankheiten, Pflegeleistungen für Familienangehörige, Todesfälle innerhalb der eigenen Familie,
  • Konflikte/Krisen in der Partnerschaft (z.B. Trennung/Scheidung),
  • mit den Kindern, Eltern (z.B. Phasenübergänge),
  • fehlende Möglichkeiten psychohygienisch zu agieren (jammern, klagen, reden, Kraft holen bei vertrauten Personen)

erhöhen das Risiko eklatant.

*

Ein Burnout-Syndrom kann alle sozialen Gruppen und Menschen treffen und ist immer mehr auch in unserer Beraterpraxis anzutreffen. Wir richten und klären in der Beratung gemeinsam mit dem Klienten den Blick auf die Felder seiner belasteten Lebenswelten.

Eine hervorragende Vorsorgemaßname gegen Burnout sind Sport und Urlaub in der Natur.

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Jun 02 2009

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E. Bohrisch

Tradition und Innovation | Lernende Systeme

Abgelegt unter Beratung, Coaching, Grundlagen

Wachsen und Überleben von Paaren, Familien und Betrieben hängt von ihrer Fähigkeit ab, sich auf Veränderungen in einer sich ständig wandelnden Umwelt einzustellen, zu lernen.
Darunter verstehe ich einerseits die Optimierung von Bewährtem, andererseits das Loslassen von nicht mehr sinnvollen Gewohnheiten und die experimentelle Suche nach Neuem.

Tradition und Innovation gehören zusammen.

Soziale Systeme können lernen, wenn sie ihr gemeinsames Wissen, ihre Erfahrung pflegen, Vertrauen und Fehlerfreundlichkeit hochhalten und Lust am Risiko wertschätzen.

  • Wissensmanagement
    Das individuelle und kollektive Wissen, der Erfahrungsschatz des Systems werden geachtet und gepflegt. Es herrscht eine Erinnerungs- und Erzähl-Kultur, „Womit hatten wir bisher gute Erfahrungen?“ „Wer von uns weiß wie es geht?“ Erfahrungen werden bewahrt, auch wenn ihr Nutzen nicht klar ist. „Wir wissen zwar nicht ob man das brauchen kann, heben es aber mal auf!“
  • Vertrauen und Fehlerfreundlichkeit
    Nur wenn in Systemen ein gutes Maß an gegenseitigem Vertrauen herrscht, sind Lernen, Optimierung und Innovation möglich. Irrtümer und Fehler dürfen nicht zum Ausschluss, zu Sanktionen führen. Belohnt werden hingegen Offenheit und die Bereitschaft, Verläufe und Aktionen zu hinterfragen und immer neu zu evaluieren. Grob fahrlässige und böswillige Fehler sind hier natürlich nicht gemeint! Der „dumme“, der fahrlässige Fehler sollte hingegen mit der Suche nach Fehlervermeidungsstrategien beantwortet werden.
  • Neugierde und Lust am Experiment, am Risiko
    sind der dritte Bereich, der mir wichtig ist. Eine Paarbeziehung ohne Überrraschungen, ohne Experimente stirbt. Ein Betrieb, der Herrausforderungen vermeidet, stirbt auch. Dazu gehört aber eine Haltung der Unangepasstheit, der Neugierde und des sich Wunderns. „Das ist mir zu kompliziert, ich versuch es mal anders!“ “Es muss doch auch anders gehen, versuchen wir’s mal!“ „ Ups, was hab ich denn da gemacht? Das geht ja, könnte ich wiederholen!“

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Mai 15 2009

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E. Bohrisch

Peinlich genau oder mutig Fehler gemacht?

Abgelegt unter Beratung, Coaching, Grundlagen

„Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer trifft sie der Zufall.“ (Friedrich Dürrenmatt)

Mein Schülerleben stand unter der Drohung: „Mach ja keine Fehler!“

Heute weiß ich, dass Lernen ohne Fehler nicht möglich ist. Die Drohung meiner Jugend steckt mir aber immer noch in den Knochen

Im Jahr 1984 haben Christine und Ernst-Ulrich von Weizsäcker den Begriff der Fehlerfreundlichkeit  eingeführt. Fehlerfreundlichkeit gehört zu allen natürlichen Systemen.Weizsäckers haben sie als Weg zur Steigerung der Sicherheit technischer Systeme diskutiert. Inzwischen hat Fehlerfreundlichkeit auch in der psychosozialen Theoriebildung, in Beratung, Coaching und Organisationsentwicklung ihren Platz gefunden.

Der Satz: „Mach ja keine Fehler!“ gilt weiterhin, wenn ein Irrtum, ein Fehlgriff, eine Ungenauigkeit  schlimme Folgen hätte.

Fehlervermeidung und Fehlerfreundlichkeit haben beide ihren berechtigten Platz in Arbeitswelt und Privatleben. Im Gebrauch von Maschinen ist Fehlerfreundlichkeit willkommen, bei ihrer Fertigung gilt nur Fehlerfreiheit.

Familienfinanzen müssen fehlerfrei verwaltet werden, romantische Beziehungen hingegen phantasievoll, also fehlerfreundlich gepflegt werden, wenn sie nicht erstarren sollen.

Es geht also darum eine Fehlerkultur zu pflegen, in der sowohl Fehlervermeidung als auch Fehlerfreundlichkeit ihren Platz haben. Beide sind wichtig und müssen ihren Raum haben.

Nur wenn die Pflege des Bewährten und die Freiheit zum kreativen Experiment gleichberechtigt sind, können sich Systeme an veränderte Außenbedingungen konstruktiv anpassen. Dies gilt für Betriebe in Zeiten des wirtschaftlichen Umbruchs. Es gilt ebenso für Paare, die nach dem Erwachsenwerden der Kinder sich wieder alleine begegnen müssen. Es gilt für Menschen, die sich von einem vollen Arbeitsalltag auf den „Ruhestand“ umstellen müssen.

Es gilt auch für Menschen, die von Insolvenz, Arbeitslosikeit und Krankheit betroffen sind.

Zusammenfassung:
Es gibt Lebens- und Arbeitsfelder, in denen keine Fehler vorkommen dürfen, z. B. am OP-Tisch. In anderen Bereichen unseres Lebens führt ängstliche Fehlervermeidung zu Stagnation und Scheitern.

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Mai 08 2009

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E. Bohrisch

Fehlerfreundlichkeit & Resilienz

Wie ist es möglich, dass manche Menschen mit nahezu jeder Situation, mit der sie im Leben konfrontiert werden, klarkommen? Wir denken, sie müssten unter den erzwungenen Änderungen leiden oder zerbrechen, aber weit gefehlt! Sie wirken wie ein Korken im reißenden Wasser. Sie werden umher geworfen, unter Wasser gezwungen, tauchen aber immer wieder auf und schwimmen scheinbar unbeschädigt weiter.

Diese Fähigkeit zu überleben und sich konstruktiv anzupassen teilen wir Menschen mit anderen Lebewesen, Tieren und Pflanzen mit lebenden Systemen. In der Wissenschaft wird diese Fähigkeit als Resilienz bezeichnet.

Ein System ist umso anpassungsfähiger je fehlerfreundlicher, je flexibler es ist. Ein Coalabär, der nur bestimmte Eukalyptusblätter frisst, hat  weniger zur Resilienz als eine Ratte. Je weniger wir festgelegt sind, je fehlerfreundlicher wir in unseren Erwartungen und Fähigkeiten, sind umso flexibler und gelassener können wir mit Hindernissen und Schicksalsschlägen umgehen.

Wenn man verschiedene Kulturen hinsichtlich ihrer Fähigkeit zur Anpassung, ihrer Fehlerfreundlichkeit vergleicht, findet man große Unterschiede. Daran wird deutlich, dass Resilienz nicht vorgegeben ist, sondern erlernbar ist. Ich wünsche mir, dass dies in Bildungsplänen und im Schulalltag beachtet wirden. Die jetzige Bildungswirklichkeit zeichnet sich in der Regel durch einen sehr geringen Grad an Resilienz aus. Die Folge sind eine hohe Zahl an gescheiterten Menschen.

Im Beratungs- und Coachingprozess geht es um die Entwicklung von Fehlerfreundlichkeit und Resilienz. Der Umgang mit unerwartet neuen und Angst auslösenden Situationen, mit starren Erwartungen und geringem Selbstvertrauen wird trainiert. Die Verhaltensmöglichkeiten weden erweitert.

Zusammenfassung:

Im Beratungs- und Coachingprozess geht es um die Entwicklung von Fehlerfreundlichkeit und Resilienz. Der Umgang mit unerwartet neuen und Angst auslösenden Situationen, mit starren Erwartungen und geringem Selbstvertrauen wird trainiert. Die Verhaltensmöglichkeiten weden erweitert.

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Mrz 31 2009

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B. Rapp

Berater sind auch Menschen oder: warum auch Berater irren dürfen (?)

Fragen, die jeder professionell Arbeitende im „Beziehungsgeschäft“ sich stellen muss, wenn er von Klienten eingeladen wird, bei deren Klärungs-, oder Lösungssuche zu helfen sind vielleicht:

Als wer oder was möchte ich in der Rolle als BeraterIn wahrgenommen werden? Wie wirke ich auf  meine Klienten? Was bin ich bereit von mir zu zeigen? Wie lautet mein beraterisches Selbstverständis im Umgang mit Menschen, die in Not geraten sind und nach Unterstützung suchen?

Die allermeisten Klienten und Klientensysteme die um Beratung anfragen bewegen sich auf unsicherem Gelände. Die Bodenhaftung ist ihnen verloren gegangen, das Selbstwertgefühl instabil oder gar gering, ihre Fähigkeiten zur selbstständigen Problemlösung in dieser Zeit wenig abrufbar. Für sie ist es wichtig, auf einen Berater zu treffen, der diese Zeit als einen zeitlichen Ausnahmezustand versteht und dem Klienten unterstellt, dass dieser alle Fähigkeiten zur Selbstbestimmung und Selbstentwicklung in sich trägt.
Er hat nun dem Klienten einen Erlebens-Raum zur Verfügung zu stellen, in dem dieser sich wahr- und angenommen fühlen kann. Der Berater bietet Möglichkeiten an, die der Klient ausprobiert und überprüft, ob sie für ihn stimmig sind. All dies geschieht in einer raumgebenden Präsenz von Seiten des Beraters und einer lebendigen Interaktion, in der stets bei beiden, Berater und Klient ein gutes Gefühl für den gemeinsamen Prozess bestehen muss.

Auch in einer solchen Atmosphäre wird es zu Fehlern kommen, d.h. nicht alles, was der Berater anbietet, passt zum Klienten und dessen Prozess. Dies zu bemerken und dann  gemeinsam aufzudecken und zu klären kann manchmal einer der entscheidenden Momente sein, die den Entwicklungs- und Veränderungsprozess in der Beratungssituation voranbringt.

Ehrlichkeit, Bodenhaftigkeit, Humor, Geduld, Fehlerfreundlichkeit, Echtheit, Mitgefühl und das Wissen darum, das jeder Mensch immer seine Fähigkeiten und Ressourcen in sich trägt, sind Bedingungen um selbstständig und selbstbestimmt zu ureigenen Lösungen zu kommen.


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Mrz 17 2009

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E. Bohrisch

Krise Coaching und Beratung

Plötzlich ist sie da, die „Krise“. Wir sind ganz überrascht. Dass sich an den Umständen und Fakten nichts geändert hat, übersehen wir. 

Nehmen wir als Beispiel die Wirtschaftskrise. Geld ist nie sicher, da sein Wert nur auf einer sozialen Übereinkunft beruht. Die Börse misst Stimmungen, keine realen Werte wie ein Pfund Butter oder ein Glas Bier! So kommt es leicht zu Illusionen, zu Überschätzungen, die dann wie eine Seifenblase platzen.

Ähnlich ist es mit Krisen im Arbeitsleben,sei es als Mitarbeiter, sei es als verantwortlicher Unternehmer oder Betriebsleiter. Auch Beziehungskrisen in Partnerschaft und Familie sowie persönliche Lebenskrisen zeigen das gleiche Bild. Fehlentwicklungen und Warnsignale werden so lange es geht übersehen und verleugnet.

Dass wir mit unserer Arbeit unseren Lebensunterhalt und den unserer Familie auch morgen sicherstellen können, kann niemand garantieren. 

Dass die Liebe unverändert aufregend und verlässlich bleibt ist unser Wunsch, aber nie sicher.

Dass wir nicht unbegrenzt jung , dynamisch und leistungsfähig bleiben weiß jeder. Dennoch übersehen wir allzu gerne, was vor uns sichtbar ist.

Da Krisen nicht zu übersehen sind, können wir sie als Signal nutzen, anstatt vor Schreck und Enttäuschung in Resignation zu erstarren. In Krisen sind Selbstverständlichkeiten fragwürdig. Die Chance jeder Krise besteht darin, dass Neues in den Blick kommen kann, dass  „Verbotenes“gedacht werden darf, dass Unerhörtes gesagt werden darf. Wir können Neues lernen.  Kein Lerngewinn ohne vorherige Verunsicherung! Eine Krise, aus der wir nichts lernen war vergeblich!. 

Das gilt für die Wirtschaft, das gilt auch für Partnerschaft, Familie und Beruf, das gilt für unseren Umgang mit Leben und Gesundheit.

Coaching und Beratung sind Stützen in Zeiten der Krise.Sie bieten Instrumente zur Analyse der Situation, des Ist-Standes und der Vorgeschichte. Sie helfen den Blick auf neue Möglichkeiten und Ziele auszurichten. Sie ermutigen, neue Pläne entschlossen anzugehen und umzusetzen.

Krisen sind Zeiten im Leben, in denen Coaching und Beratung besonders gewinnbringend eingesetzt werden können.

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Mrz 08 2009

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B. Rapp

Warum systemisch? | zum Zweiten

Abgelegt unter Beratung, Coaching, Grundlagen

Gerne möchte ich die Fragestellung meines sehr geschätzten Kollegen Eberhard Bohrisch noch einmal aufgreifen und mich damit in unserer  Arbeitsweise den Lesern ein wenig vorstellen.

Das wir systemisch arbeiten, ist ja erst einmal lediglich eine Tatsache und hat für viele noch gar keine weitere Bedeutung. Diese kann sie erst dann bekommen, wenn Sie als Leser ihr eine Bedeutung geben werden.
Es ist also meine Aufgabe, mich Ihnen so zu zeigen, dass sie dem was sie hier lesen (im Coaching oder in der Beratung würde ich dann sagen „erleben und wahrnehmen“), eine Bedeutung geben können.

Damit sind wir auch schon bei einem systemischen Grundsatz: Systemische Coaches und Berater sind geschult und geübt darin in genauen und konkreten Beschreibungen zu formulieren und zwar das, was sie sehen und wahrnehmen, jetzt. Sie verlangsamen und verzögern damit die von uns allen gewohnte Reaktionszeit, die voll von automatisierter Bedeutungsgebung und meist auch Bewertung ist.

Wir Berater „stören“ sozusagen Ihre bisherigen Erklärungs- und Bewertungsmodelle der von Ihnen geschilderten Probleme und erweitern damit gleichzeitig Ihren Handlungsspielraum, indem gemeinsam nach Alternativen, d.h. weiteren Verhaltensmöglichkeiten gesucht wird. Die Aufrechterhaltung des bisherigen Reaktionsmechanismus (innerhalb des Problems) wird, in unserer Sprache, „verflüssigt“, d.h. verändert.

Hierzu ein Beispiel aus der Coachingpraxis:
Wenn ein Lehrer im Coachingprozess über einen 12 jährigen Schüler erzählt, “dieser Junge ist aggressiv”, dann fangen wir an Fragen zu stellen. Zum Beispiel: „wem gegenüber“, „wann“, „was tut er genau“, „welche Ausnahmen gibt es, wo er sich eigentlich auch aggressiv hätte verhalten müssen und es nicht tat“, „was tun Sie (Ihre Kollegen, die Eltern, die anderen Kinder) wenn der Junge sich so zeigt“, usw. Wir beginnen also damit, die Sichtweisen auf diesen Jungen zu erweitern, ihm die Stigmatisierung „er ist…“ zu entziehen und aufzuzeigen „er verhält sich in folgenden Situationen auf diese Art und Weise“. Gleichzeitig „erkennt“ der Coachee (Lehrer) in diesem Prozess, dass er seine eigenen Reaktionen  (Verhalten) dem Jungen gegenüber nun modifizieren könnte. Er probiert diese dann z.B. im Rollenspiel aus, um sich (erst einmal im geschützten Coaching-Raum) selbst zu erfahren und festzustellen, welches Verhalten eine  innere Stimmigkeit in ihm erzeugt.

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