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Archiv für das Tag 'Coaching'

Jul 07 2009

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B. Rapp

Veranstaltung: Coaching und Wein | Ein Bericht

Sowohl Coaching als auch ökologischer Weinbau bewegen sich in komplexen Systemen. Dem sozialen und dem Öko-System. In beiden Systemen geht es um Ausgewogenheit, Optimierung und Nachhaltigkeit.

Die Vorstellung der Arbeitsfelder im Bereich „Coaching und Coachingprozesse in Betrieben“ stieß bei den Teilnehmern unserer Abendveranstaltung am 30. Juni auf großes Interesse. Hans Peter-Müller vom Weingut Brühlerhof verstand es uns immer wieder nicht nur mit seinen köstlichen Weinen sinnlich „zu unterbrechen“. Er ergänzte unsere Erläuterungen mit seinem umfangreichen Wissen zum ökologischen Weinbau, seinen exzellenten Weinen und wunderschönen Fotos.

Die rege Diskussion, die sich um die Synergien von sozialen Systemen und dem Ökosystem entwickelte, führte uns hin zum Thema Fehlerkultur. Fehleranalysen und die Sinnhaftigkeit von Fehlerfreundlichkeit und Fehlervermeidungsstrategien wurden als wichtige Entwicklungsprozesse von Betrieben gesehen. Der Umgang mit Fehlern ist ein zentrales Element für das Überleben von Systemen, von Betrieben.

Angeregt durch die vielen positiven Rückmeldungen  werden wir im Herbst 2009 diese Veranstaltung wiederholen.

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Jul 07 2009

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B. Rapp

Urlaub – Welch wunderbare Burnout-Prophylaxe

Burnout ist ein Zustand ausgesprochener emotionaler Erschöpfung kombiniert mit reduzierter Leistungsfähigkeit und fehlender Energie für Familie, Arbeit, Freunde und Freizeit.

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Wir wissen heute, dass Diskrepanzen und Wechselwirkungen in Bezug auf

  • Persönliche Charakteristika
  • Bedingungen am Arbeitsplatz
  • Partnerschaft und Familie
  • Gesellschaftliche Entwicklungen

die Wahrscheinlichkeit, in einem Burnout-Syndrom zu landen, erhöhen.

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Persönliche Eigenschaften, wie z.B.

  • hohe Ideale und Standards, hoher Stellenwert der Arbeit
  • große Erwartungen an sich selbst mit dem Drang zum Perfektionismus
  • großes inhaltliches Engagement und Gewissenhaftigkeit
  • bei gleichzeitig enormen Anforderungen und Erwartungen an die Arbeit von Mitarbeitern oder Kollegen

*

kombinieren sich häufig mit den Bedingungen des Arbeitsplatzes, wie z.B.

  • zu hoher Arbeitsbelastung (häufige Doppel- oder Dreifachbelastungen, z.B. wird „Arbeit“ mit nach Hause genommen)
  • dem Verlust an Einfluss und Kontrolle über das eigene Tun, es fehlt ein Erkennen von Selbstwirksamkeit
  • ein zu wenig oder ein zu viel an Verantwortung
  • einer fehlenden Identifikation mit der Gemeinschaft (Team, Abteilung, Firma)
  • Konkurrenzdruck, mangelhafter Konfliktfähigkeit im Arbeitsumfeld
  • fehlender Fairness, Gerechtigkeit und Respekt
  • unterschiedlichen Wertesysteme (die eigenen, die des Arbeitgebers, des Unternehmens)
  • Zeit- und Kostendruck
  • offenen oder verdeckten Feindschaften, Entwertungen und entwertender Umgangston, Neid statt Lob.

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In den meisten Fällen lassen sich dann noch zusätzliche Belastungsfaktoren im privaten Bereich finden. Besteht die Diskrepanz zwischen Person und Job schon und kommt dann eine familiäre Eskalation dazu, gibt es keinen Puffer mehr, die belastenden Situationen abzufangen.

  • Krankheiten, Pflegeleistungen für Familienangehörige, Todesfälle innerhalb der eigenen Familie,
  • Konflikte/Krisen in der Partnerschaft (z.B. Trennung/Scheidung),
  • mit den Kindern, Eltern (z.B. Phasenübergänge),
  • fehlende Möglichkeiten psychohygienisch zu agieren (jammern, klagen, reden, Kraft holen bei vertrauten Personen)

erhöhen das Risiko eklatant.

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Ein Burnout-Syndrom kann alle sozialen Gruppen und Menschen treffen und ist immer mehr auch in unserer Beraterpraxis anzutreffen. Wir richten und klären in der Beratung gemeinsam mit dem Klienten den Blick auf die Felder seiner belasteten Lebenswelten.

Eine hervorragende Vorsorgemaßname gegen Burnout sind Sport und Urlaub in der Natur.

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Jun 02 2009

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E. Bohrisch

Tradition und Innovation | Lernende Systeme

Abgelegt unter Beratung, Coaching, Grundlagen

Wachsen und Überleben von Paaren, Familien und Betrieben hängt von ihrer Fähigkeit ab, sich auf Veränderungen in einer sich ständig wandelnden Umwelt einzustellen, zu lernen.
Darunter verstehe ich einerseits die Optimierung von Bewährtem, andererseits das Loslassen von nicht mehr sinnvollen Gewohnheiten und die experimentelle Suche nach Neuem.

Tradition und Innovation gehören zusammen.

Soziale Systeme können lernen, wenn sie ihr gemeinsames Wissen, ihre Erfahrung pflegen, Vertrauen und Fehlerfreundlichkeit hochhalten und Lust am Risiko wertschätzen.

  • Wissensmanagement
    Das individuelle und kollektive Wissen, der Erfahrungsschatz des Systems werden geachtet und gepflegt. Es herrscht eine Erinnerungs- und Erzähl-Kultur, „Womit hatten wir bisher gute Erfahrungen?“ „Wer von uns weiß wie es geht?“ Erfahrungen werden bewahrt, auch wenn ihr Nutzen nicht klar ist. „Wir wissen zwar nicht ob man das brauchen kann, heben es aber mal auf!“
  • Vertrauen und Fehlerfreundlichkeit
    Nur wenn in Systemen ein gutes Maß an gegenseitigem Vertrauen herrscht, sind Lernen, Optimierung und Innovation möglich. Irrtümer und Fehler dürfen nicht zum Ausschluss, zu Sanktionen führen. Belohnt werden hingegen Offenheit und die Bereitschaft, Verläufe und Aktionen zu hinterfragen und immer neu zu evaluieren. Grob fahrlässige und böswillige Fehler sind hier natürlich nicht gemeint! Der „dumme“, der fahrlässige Fehler sollte hingegen mit der Suche nach Fehlervermeidungsstrategien beantwortet werden.
  • Neugierde und Lust am Experiment, am Risiko
    sind der dritte Bereich, der mir wichtig ist. Eine Paarbeziehung ohne Überrraschungen, ohne Experimente stirbt. Ein Betrieb, der Herrausforderungen vermeidet, stirbt auch. Dazu gehört aber eine Haltung der Unangepasstheit, der Neugierde und des sich Wunderns. „Das ist mir zu kompliziert, ich versuch es mal anders!“ “Es muss doch auch anders gehen, versuchen wir’s mal!“ „ Ups, was hab ich denn da gemacht? Das geht ja, könnte ich wiederholen!“

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Mai 28 2009

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B. Rapp

Psychologische Beratung, Coaching oder Training? oder: Warum systemisch? zum Dritten

Frage einer Klientin bei unserem ersten Termin zum Kennenlernen:
„Ich weiß, ich muss etwas tun, aber was ist das Richtige für mich? Psychologische Beratung, Coaching oder Training?“,
  • Ich kann morgens schlecht aufstehen, fühle mich schwer, niedergeschlagen und müde. Mein Mann sagt sogar, ich bin depressiv“ – also eher eine psychologische Beratung?
  • In meiner Firma verliere ich mich im Tagesgeschäft, die Mitarbeiter sind unzuverlässig und faul. Für meine Kunden habe ich fast keine Zeit mehr“ – also eher ein Coaching für Führungskräfte?
  • Meine Kinder hören nicht, machen was sie wollen und bringen schlechte Schulleistungen nach Hause“ – also eher ein Elternkompetenztraining?

Ich bitte die Klientin, diese berechtigte Frage noch etwas zurück zu stellen und rege sie an, sich meine Arbeitsweise erst einmal anzuschauen und dann zu entscheiden, ob die „Chemie“ zwischen uns stimmt. Sie entscheidet nach dieser Sitzung in den Arbeitsprozess mit mir ein zu steigen. Aus den anfangs vereinbarten 10 Sitzungen sind 14 geworden, der gemeinsame Arbeitsprozess lief über 5 Monate. In den ersten 4 Wochen trafen wir uns wöchentlich, danach 14 tägig, später im Abstand von 3-4 Wochen.

Während ihres Beratungs-Prozesses laden wir zwischendurch auch Familienmitglieder in die Sitzungen ein. Zunächst ihren Ehemann, mit dem sie in drei „Kompakt-Paarsitzungen“ gemeinsam ihre Rollen als Partner, Eltern und Firmeninhaber beschreiben.

Dann Kinder und Partner zu zwei „Kompakt-Familiensitzungen“, in denen viel über Bedürfnisse, Wünsche, Zeit und Verantwortlichkeiten aller Beteiligten gesprochen und gearbeitet wird.

Virtuell bringen wir auch die Firma und die Kunden mit in den Beratungsraum und erarbeiten ein Organigramm und ein Leitbild.

Am Ende ihres Arbeitsprozesses verabreden wir, dass sie zukünftig ein- bis zweimal im Jahr zu einer Standortanalyse kommen wird.

Beim Rückblick und Abschiednehmen frage ich die Klientin, als was sie denn die Unterstützung nun wahrgenommen habe:

  • als psychologische Beratung,
  • Coaching
  • oder Training?

Hm, am liebsten würde ich keinen von den Begriffen benutzen. Ich erinnere mich oft an unsere erste Stunde und das Bild, in dem ich mich und meine Situation damals beschreiben sollte. Da habe ich mich als Wanderin gesehen, die unter der Last eines viel zu schweren Rucksacks kaum mehr den Kopf heben konnte und die sich mit ihren absolut letzten Reserven durstig und hungrig ziellos dahin schleppte. Sie haben mich quasi gestoppt, Anteil genommen an mir und meiner Situation und gezeigt, wie ich Gepäck sortieren, abladen und verteilen kann. Wie ich mich auch in unwegsamen und unübersichtlichen Gelände bewegen kann, ohne die Orientierung zu verlieren. Wie Seilschaften funktionieren, wann ich sichere oder gesichert werde. Und: sie haben die Bergführerin – Unternehmerin (lachend) in mir wieder stark gemacht, die gerne führt und ihr Ziel, zum nächsten Gipfel zu kommen wieder in den Blick genommen hat.“

Den eigenen Weg als Wanderung in unbekanntem Terrain zu verstehen und immer wieder auf eigene Fähigkeiten und Stärken zurück greifen zu können ist ein wunderbar „systemisches Bild“.

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Mai 15 2009

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E. Bohrisch

Peinlich genau oder mutig Fehler gemacht?

Abgelegt unter Beratung, Coaching, Grundlagen

„Je planmäßiger die Menschen vorgehen, desto wirksamer trifft sie der Zufall.“ (Friedrich Dürrenmatt)

Mein Schülerleben stand unter der Drohung: „Mach ja keine Fehler!“

Heute weiß ich, dass Lernen ohne Fehler nicht möglich ist. Die Drohung meiner Jugend steckt mir aber immer noch in den Knochen

Im Jahr 1984 haben Christine und Ernst-Ulrich von Weizsäcker den Begriff der Fehlerfreundlichkeit  eingeführt. Fehlerfreundlichkeit gehört zu allen natürlichen Systemen.Weizsäckers haben sie als Weg zur Steigerung der Sicherheit technischer Systeme diskutiert. Inzwischen hat Fehlerfreundlichkeit auch in der psychosozialen Theoriebildung, in Beratung, Coaching und Organisationsentwicklung ihren Platz gefunden.

Der Satz: „Mach ja keine Fehler!“ gilt weiterhin, wenn ein Irrtum, ein Fehlgriff, eine Ungenauigkeit  schlimme Folgen hätte.

Fehlervermeidung und Fehlerfreundlichkeit haben beide ihren berechtigten Platz in Arbeitswelt und Privatleben. Im Gebrauch von Maschinen ist Fehlerfreundlichkeit willkommen, bei ihrer Fertigung gilt nur Fehlerfreiheit.

Familienfinanzen müssen fehlerfrei verwaltet werden, romantische Beziehungen hingegen phantasievoll, also fehlerfreundlich gepflegt werden, wenn sie nicht erstarren sollen.

Es geht also darum eine Fehlerkultur zu pflegen, in der sowohl Fehlervermeidung als auch Fehlerfreundlichkeit ihren Platz haben. Beide sind wichtig und müssen ihren Raum haben.

Nur wenn die Pflege des Bewährten und die Freiheit zum kreativen Experiment gleichberechtigt sind, können sich Systeme an veränderte Außenbedingungen konstruktiv anpassen. Dies gilt für Betriebe in Zeiten des wirtschaftlichen Umbruchs. Es gilt ebenso für Paare, die nach dem Erwachsenwerden der Kinder sich wieder alleine begegnen müssen. Es gilt für Menschen, die sich von einem vollen Arbeitsalltag auf den „Ruhestand“ umstellen müssen.

Es gilt auch für Menschen, die von Insolvenz, Arbeitslosikeit und Krankheit betroffen sind.

Zusammenfassung:
Es gibt Lebens- und Arbeitsfelder, in denen keine Fehler vorkommen dürfen, z. B. am OP-Tisch. In anderen Bereichen unseres Lebens führt ängstliche Fehlervermeidung zu Stagnation und Scheitern.

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Mai 08 2009

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E. Bohrisch

Fehlerfreundlichkeit & Resilienz

Wie ist es möglich, dass manche Menschen mit nahezu jeder Situation, mit der sie im Leben konfrontiert werden, klarkommen? Wir denken, sie müssten unter den erzwungenen Änderungen leiden oder zerbrechen, aber weit gefehlt! Sie wirken wie ein Korken im reißenden Wasser. Sie werden umher geworfen, unter Wasser gezwungen, tauchen aber immer wieder auf und schwimmen scheinbar unbeschädigt weiter.

Diese Fähigkeit zu überleben und sich konstruktiv anzupassen teilen wir Menschen mit anderen Lebewesen, Tieren und Pflanzen mit lebenden Systemen. In der Wissenschaft wird diese Fähigkeit als Resilienz bezeichnet.

Ein System ist umso anpassungsfähiger je fehlerfreundlicher, je flexibler es ist. Ein Coalabär, der nur bestimmte Eukalyptusblätter frisst, hat  weniger zur Resilienz als eine Ratte. Je weniger wir festgelegt sind, je fehlerfreundlicher wir in unseren Erwartungen und Fähigkeiten, sind umso flexibler und gelassener können wir mit Hindernissen und Schicksalsschlägen umgehen.

Wenn man verschiedene Kulturen hinsichtlich ihrer Fähigkeit zur Anpassung, ihrer Fehlerfreundlichkeit vergleicht, findet man große Unterschiede. Daran wird deutlich, dass Resilienz nicht vorgegeben ist, sondern erlernbar ist. Ich wünsche mir, dass dies in Bildungsplänen und im Schulalltag beachtet wirden. Die jetzige Bildungswirklichkeit zeichnet sich in der Regel durch einen sehr geringen Grad an Resilienz aus. Die Folge sind eine hohe Zahl an gescheiterten Menschen.

Im Beratungs- und Coachingprozess geht es um die Entwicklung von Fehlerfreundlichkeit und Resilienz. Der Umgang mit unerwartet neuen und Angst auslösenden Situationen, mit starren Erwartungen und geringem Selbstvertrauen wird trainiert. Die Verhaltensmöglichkeiten weden erweitert.

Zusammenfassung:

Im Beratungs- und Coachingprozess geht es um die Entwicklung von Fehlerfreundlichkeit und Resilienz. Der Umgang mit unerwartet neuen und Angst auslösenden Situationen, mit starren Erwartungen und geringem Selbstvertrauen wird trainiert. Die Verhaltensmöglichkeiten weden erweitert.

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Mrz 17 2009

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E. Bohrisch

Krise Coaching und Beratung

Plötzlich ist sie da, die „Krise“. Wir sind ganz überrascht. Dass sich an den Umständen und Fakten nichts geändert hat, übersehen wir. 

Nehmen wir als Beispiel die Wirtschaftskrise. Geld ist nie sicher, da sein Wert nur auf einer sozialen Übereinkunft beruht. Die Börse misst Stimmungen, keine realen Werte wie ein Pfund Butter oder ein Glas Bier! So kommt es leicht zu Illusionen, zu Überschätzungen, die dann wie eine Seifenblase platzen.

Ähnlich ist es mit Krisen im Arbeitsleben,sei es als Mitarbeiter, sei es als verantwortlicher Unternehmer oder Betriebsleiter. Auch Beziehungskrisen in Partnerschaft und Familie sowie persönliche Lebenskrisen zeigen das gleiche Bild. Fehlentwicklungen und Warnsignale werden so lange es geht übersehen und verleugnet.

Dass wir mit unserer Arbeit unseren Lebensunterhalt und den unserer Familie auch morgen sicherstellen können, kann niemand garantieren. 

Dass die Liebe unverändert aufregend und verlässlich bleibt ist unser Wunsch, aber nie sicher.

Dass wir nicht unbegrenzt jung , dynamisch und leistungsfähig bleiben weiß jeder. Dennoch übersehen wir allzu gerne, was vor uns sichtbar ist.

Da Krisen nicht zu übersehen sind, können wir sie als Signal nutzen, anstatt vor Schreck und Enttäuschung in Resignation zu erstarren. In Krisen sind Selbstverständlichkeiten fragwürdig. Die Chance jeder Krise besteht darin, dass Neues in den Blick kommen kann, dass  „Verbotenes“gedacht werden darf, dass Unerhörtes gesagt werden darf. Wir können Neues lernen.  Kein Lerngewinn ohne vorherige Verunsicherung! Eine Krise, aus der wir nichts lernen war vergeblich!. 

Das gilt für die Wirtschaft, das gilt auch für Partnerschaft, Familie und Beruf, das gilt für unseren Umgang mit Leben und Gesundheit.

Coaching und Beratung sind Stützen in Zeiten der Krise.Sie bieten Instrumente zur Analyse der Situation, des Ist-Standes und der Vorgeschichte. Sie helfen den Blick auf neue Möglichkeiten und Ziele auszurichten. Sie ermutigen, neue Pläne entschlossen anzugehen und umzusetzen.

Krisen sind Zeiten im Leben, in denen Coaching und Beratung besonders gewinnbringend eingesetzt werden können.

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Mrz 08 2009

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B. Rapp

Warum systemisch? | zum Zweiten

Abgelegt unter Beratung, Coaching, Grundlagen

Gerne möchte ich die Fragestellung meines sehr geschätzten Kollegen Eberhard Bohrisch noch einmal aufgreifen und mich damit in unserer  Arbeitsweise den Lesern ein wenig vorstellen.

Das wir systemisch arbeiten, ist ja erst einmal lediglich eine Tatsache und hat für viele noch gar keine weitere Bedeutung. Diese kann sie erst dann bekommen, wenn Sie als Leser ihr eine Bedeutung geben werden.
Es ist also meine Aufgabe, mich Ihnen so zu zeigen, dass sie dem was sie hier lesen (im Coaching oder in der Beratung würde ich dann sagen „erleben und wahrnehmen“), eine Bedeutung geben können.

Damit sind wir auch schon bei einem systemischen Grundsatz: Systemische Coaches und Berater sind geschult und geübt darin in genauen und konkreten Beschreibungen zu formulieren und zwar das, was sie sehen und wahrnehmen, jetzt. Sie verlangsamen und verzögern damit die von uns allen gewohnte Reaktionszeit, die voll von automatisierter Bedeutungsgebung und meist auch Bewertung ist.

Wir Berater „stören“ sozusagen Ihre bisherigen Erklärungs- und Bewertungsmodelle der von Ihnen geschilderten Probleme und erweitern damit gleichzeitig Ihren Handlungsspielraum, indem gemeinsam nach Alternativen, d.h. weiteren Verhaltensmöglichkeiten gesucht wird. Die Aufrechterhaltung des bisherigen Reaktionsmechanismus (innerhalb des Problems) wird, in unserer Sprache, „verflüssigt“, d.h. verändert.

Hierzu ein Beispiel aus der Coachingpraxis:
Wenn ein Lehrer im Coachingprozess über einen 12 jährigen Schüler erzählt, “dieser Junge ist aggressiv”, dann fangen wir an Fragen zu stellen. Zum Beispiel: „wem gegenüber“, „wann“, „was tut er genau“, „welche Ausnahmen gibt es, wo er sich eigentlich auch aggressiv hätte verhalten müssen und es nicht tat“, „was tun Sie (Ihre Kollegen, die Eltern, die anderen Kinder) wenn der Junge sich so zeigt“, usw. Wir beginnen also damit, die Sichtweisen auf diesen Jungen zu erweitern, ihm die Stigmatisierung „er ist…“ zu entziehen und aufzuzeigen „er verhält sich in folgenden Situationen auf diese Art und Weise“. Gleichzeitig „erkennt“ der Coachee (Lehrer) in diesem Prozess, dass er seine eigenen Reaktionen  (Verhalten) dem Jungen gegenüber nun modifizieren könnte. Er probiert diese dann z.B. im Rollenspiel aus, um sich (erst einmal im geschützten Coaching-Raum) selbst zu erfahren und festzustellen, welches Verhalten eine  innere Stimmigkeit in ihm erzeugt.

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Feb 24 2009

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E. Bohrisch

Warum systemisch?

Abgelegt unter Beratung, Coaching, Grundlagen

Bärbel Rapp und ich stellen uns Ihnen als Fachleute für Systemische Beratung und Systemisches Coaching vor.

Systemisch orientiert zu arbeiten ist keineswegs selbstverständlich. Viele unserer Kolleginnen und Kollegen verfolgen andere Denkansätze, mit denen Sie ebenso wie wir, erfolgreich arbeiten.

Warum also systemisch?

Unsere beruflichen Lebensläufe legten das Denken in Netzwerken, in denen die enthaltenen Elemente sich wechselseitig beeinflussen, nahe. Bärbel kommt aus der Physiotherapie, in der man nur dann erfolgreich sein kann, wenn man ein Gefühl für Gleichgewicht und Ausgewogenheit im Ganzen entwickelt. Ich stamme ursprünglich aus der Biologie. Betalanffy und Maturana, die am Anfang der Entwicklung der Systemtheorie stehen waren Biologen.

Inzwischen ist es für uns zur zweiten Natur geworden die Welt als großes Ganzes zu betrachten, in dem jeder mit jedem, Einzelnes mit dem Ganzen verknüpft ist und interagiert.

In der Systemischen Beratung und der Systemischen Familientherapie hilft diese Sichtweise dabei, einzelne Menschen nicht als Ursache oder allein verantwortlich für Probleme zu betrachten, unter denen sie und ihre Umgebung leiden. Vielmehr fällt der Blick auf ihr Zusammenwirken bei der Entstehung und Aufrechterhaltung des Problems. Lösungswege ergeben sich, wenn man die positiven Synergie-Möglichkeiten zur Verbesserung sucht und stützt. Systemische Beratung ist lösungsorientiert. Sie stärkt die Kompetenz und Autonomie des Klientensystems.

Gleiches gilt im Bereich des Coachings. Systemische Ansätze finden sich auch in heutigen Wirtschafts- und Finanztheorien. Technische Verfahren und betriebliche Abläufe lassen sich als systemisch verstehen,  sodass  Coach und Coachee zum großen Teil die gleiche Sprache sprechen.

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