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Archiv für das Tag 'Disziplin'

Sep 22 2009

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E. Bohrisch

Kinder brauchen keine Härte | Tanja Dückers | Zeit-Online 22.09.2009

In der heutigen Ausgabe von “Zeit Online” hat Tanja Dückers einen Kommentar zur öffentlichen Reaktion zu den letzten Ereignissen jugendlicher Gewalt veröffentlicht. Ich habe dazu  an gleicher Stelle den folgenden Kommentar eingesetzt:

Ihr Beitrag, Frau Dückers, hat mir gut gefallen, schreiben Sie doch gegen das Desinteresse der politischen Klasse am Wohlergehen von Kindern und gegen den Strom öffentlicher Zustimmung zu den Thesen der Disziplin-Propheten à la Bueb und Winterhoff an.

Der rituelle Ruf nach schärferen Gesetzen und Verstärkung der Überwachung des öffentlichen Raums dient der Beschwichtigung des Entsetzens über das Ausmaß an unkontrolliert aufbrechender Gewalt. Der darunter hörbare Hilfeschrei der jungen Menschen nach einer realistischen Perspektive, ein erfülltes Leben zu führen und um Anerkennung, wird totgeschwiegen. Eine angenehme Ausnahme bildet hier die Einbeziehung des Täters in den ökumenischen Gottesdienst nach dem Amoklauf in Ansbach.

Mit Ihnen, Frau Dückers, wünsche ich mir für junge Eltern die Möglichkeit, ihren Kindern mit Zeit, Zuwendung, Verständnis und sicher auch mit liebevoller Autorität zur begegnen.

In Ihrem Kommentar weisen Sie, “hermann.12” auf die verfehlte Bildungspolitik in unserem Land als eine der Ursachen des Problems hin. Hier stimme ich Ihnen aus vollem Herzen zu! Ihr Verständnis von Autorität erscheint mir jedoch verdächtig autoritär. Autorität, wie ich sie verstehe, hat es nicht nötig durchgesetzt zu werden, es sei denn, es handelt sich nur um Macht. Das Verteufelte an “Autorität”, die “übers Ziel hinausschießt”, ist, dass sie ein überzeugendes Vorbild für die Wirsamkeit von Gewalt ist.

Ein Kommentar

Jun 29 2008

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B. Rapp

Warum unsere Kinder Tyrannen werden | Michael Winterhoff

Ein Buch, das seit einiger Zeit auf den Bestsellerlisten zu finden ist. Ein Buch, das sich nicht als Erziehungsberater versteht und aufzeigen möchte, wie die Wirklichkeit im Erziehungsalltag nun denn wirklich aussieht.

Der Autor, Kinder- und Jugendpsychiater, sowie Psychotherapeut klagt an. Die Eltern, die Alleinerziehenden, die Großeltern, die Erzieherinnen, die Grundschullehrerinnen und die Kinder.
Polarisierungen in dürftig dargestellten Fallbeispielen und in einer Sprache, die gespickt ist mit Begriffen wie “immer”, “grundsätzlich”, “absolut”, “stets”, “eindeutig”, usw.
Wer diese Buch tatsächlich ernst nimmt muß als Elternteil oder auch Großelternteil in Schuldgefühlen versinken angesichts der Behauptungen, sie würden ihre Kinder und Enkel als Projektionsfläche eigener Bedürfnisbefriedigung benutzen.
Pauschalurteile gegenüber Berufsgruppen, die hoch engagiert und kompetent ihre differenzierte Arbeit für wenig Gehalt und ohne Anerkennung leisten und sich zudem noch der Respektlosigkeit von Besserwissern stellen müssen. 

Mir fällt es sehr schwer, seinen Thesen zu folgen, da m.E. so viel fehlt, was das Leben miteinander ausmacht. Beziehungsfähigkeit ist nicht mit Gehorsam herstellbar, gegenseitiger Respekt nicht mit der Abwertung von Anderen. Verunsicherte Eltern werden nicht sicherer gemacht und unterstützt, indem mit einem Finger in einer (manchmal auch nur vermeintlichen) Wunde gebohrt wird.

Aus meiner Neugier, dieses Buch zu lesen, wurde sehr schnell viel Mühe es nicht einfach wieder aus der Hand zu legen. Ich wünsche mir, dass dieses Buch alsbald die Ranglisten wieder verlassen möge

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