Mrz 25 2009
Warum unsere Kinder ein Glück sind | Buchbesprechung
In seinem neuesten Buch setzt sich Wolfgang Bergmann mit den z. Zt. sehr populären Erziehungs-Ideen von Winterhoff, Bueb und anderen auseinander.
Mit seinem pädagogischen Weltbild steht er in der Tradition aller Reformpädagogen der vergangenen zwei Jahrhunderte. Sein Erziehungs-Ideal entspricht auch unserem von den abrahamitischen Religionen und der Aufklärung geprägten humanistischen Menschenbild. Er hat auch die Ergebnisse neuer Forschung wie die der Neurowissenschaften, die das humanistische Menschenbild und die Ideen er Reformpädagogen stützen, verarbeitet.
So setzt er sich in erfreulicher Klarheit von Ideen ab, die von Disziplin bestimmt sind. Er setzt dem Drill à la Winterhoff und Bueb die Überzeugung entgegen, dass Erziehung gelingt, wenn Eltern und Erzieher in Liebe mit Kindern umgehen. In vielen Beispielen zeigt er, wie das Bemühen um gute, liebevolle Beziehungen Kindern und Erwachsenen eine konstruktive, sozial kompetente Entwicklung ermöglicht. Er ermuntert Eltern mit Phantasie und Liebe zu reagieren, wenn es nötig ist, Kindern auf den „richtigen“ Weg zu helfen.
Im ersten Teil setzt er sich konkret mit Winterhoffs Buch „Warum unsere Kinder Tyrannen werden“ auseinander. Der zweite Teil beschreibt die gesamtgesellschaftlichen Hintergründe heutiger Erziehungsprobleme. Der dritte Teil , den ich mit besonderem Genuss gelesen habe, beschreibt eine Fülle konkreter Standardsituationen und mögliche kreative Lösungswege. Bergmann betont dabei zu Recht, dass die Beispiele keine Rezepte sind. Er will vielmehr zu Lust an Erziehung und zu liebevoller Phantasie ermuntern.
Ich empfehle dieses Buch allen Interessierten. Es ist sehr lesbar, kommt ohne Fach-Jargon aus und ist außerordentlich sympathisch.
Wolfgang Bergmann
Warum unsere Kinder ein Glück sind
So gelingt Erziehung heute
Beltz 2009



