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Archiv für das Tag 'Psychologische Beratung'

Feb 05 2010

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E. Bohrisch

Zeugnissorgen | Schulprobleme

Zweimal im Jahr ist dieses Thema akut. Zweimal im Jahr schlagen die Wellen in den betroffenen Familien hoch. Was mich dabei wundert, ist die Tatsache, dass Noten in Zeugnissen keine plötzlichen, unvorhersehbaren Ereignisse sind. Bei normaler Anteilnahme am Alltag der Schülerinnen und Schüler sollten Eltern schon lange vorher wissen, dass ihre Kinder sich auf ein Problem zu bewegen. Statt des plötzlichen Erschreckens hilft eine freundliche ständige Aufmerksamkeit der Eltern. Man kann dann Probleme, die sich ankündigen, in einer ruhigen zugewandten Atmosphäre besprechen, Lösungen finden und sie in die Tat umzusetzen. Saisonal sich wiederholende Aufregung und Hektik verhindern im Gegensatz dazu Lernen und Veränderung. Wenn Eltern konsequent und gemeinsam an einem Strang ziehen und sich nicht gegenseitig ausbremsenkaum sind die meisten Schwierigkeiten auf diesem Wege zu lösen.

Was ist jedoch zu tun wenn die Kids sich auch freundlicher Anteilnahme verweigern? In der Pubertät laufen so viele Veränderungen im Körper insbesondere im Gehirn der Jugendlichen kommt dass sie oft selbst nicht wissen was sie wollen sollen oder sogar selbst wollen. Auch hilft nur mit gleich bleibender Konsequenz und Freundlichkeit mit ihnen umzugehen. Auch hier gilt, dass Fehlerfreundlichkeit weiterführt als pädagogische und moralische Appelle.

Wenn Eltern sich unsicher sind wie sie reagieren sollen, wenn das Problem zu lange anhält, dann ist es hilfreich fachlichen Rat in einer Beratungseinrichtung wie der unseren ( IFK-E ) oder in einer öffentlichen Beratungsstelle aufzusuchen. Dort können Eltern und betroffene Schüler in einer neutralen und ruhigen Atmosphäre mit einer Beraterin oder einem Berater sich Sicherheit dafür holen, dass sie ohnehin schon auf dem richtigen Weg sind. Oft ergeben sich im Beratungs-Prozess auch neue und einfachere Möglichkeiten Lernen, und Familienleben erfolgreicher und zufrieden stellender zu gestalten.

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Jan 01 2010

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E. Bohrisch

Gute Vorsätze | Umsetzung

Abgelegt unter Allgemein

Der Beginn eines neuen Jahres ist die Zeit von Plänen und guten Vorsätzen. Vieles soll in Angriff genommen werden, was man sich schon lange vorgenommen hatte. Es gibt Pläne, mehr Elan in die Arbeit zu legen oder Pläne, schlechte Angewohnheiten endlich durch sinnvolleres Verhalten zu ersetzen. Nach einigen Wochen des neuen Jahres sind alle diese Pläne und guten Vorsätze deutlich schwächer und blasser geworden. Was ist passiert?

Hier einige grundsätzlichen Überlegungen zum erfolgreichen Lernen und  zur erfolgreichen Umsetzung guter Vorsätze; denn Verhaltensänderungen erfordern Lernprozesse. Wenn es um unser Verhalten geht, das wir verbessern wollen, so ist das bloße Nachdenken darüber wie das gehen könnte, was ich besser machen will, ziemlich unwirksam, ist es verschwendete Energie. Verhaltensweisen kann ich nur optimieren wenn ich handele. Fahrradfahren lerne ich nie, wenn ich darüber nachdenke, dass ich mich besser auf ein Fahrrad setzen würde.

Wenn ich also lernen will, nicht mehr zu rauchen, nutzt es nichts, wenn ich bei einer guten Zigarette mir einen Plan mache wie ich das anstelle. Ich muss die Zigarette, die ich schon im Mund habe, wieder in die Schachtel zurückstecken und die Schachtel beiseite legen. Und dann kommt das Wichtigste: Ich muss mir dafür, dass ich es geschafft habe, diesmal anders zu handeln, Lob und Anerkennung geben und mir selbst deutlich machen, wie toll das ist, was mir gerade gelungen ist. Nur dadurch aktiviere ich das Belohnungssystem in meinem Gehirn, das dafür sorgt, dass das neue Verhalten auch in meinem Gehirn gespeichert wird.

Noch ein zweites Beispiel. Wenn ich einem Kind helfen will, mehr Nutzen aus seiner Hausarbeit für die Schule zu ziehen, ist es ziemlich sinnlos, pädagogische Grundsatzreden über die Notwendigkeit fleißiger Arbeit zu halten. Das erzeugt, wie jeder von uns aus eigener Erfahrung weiß, nur schlechte Gefühle, die sich das Gehirn als Signal dafür merkt, am besten gleich alle Schotten dicht zu machen. Wirkungsvoll ist im Gegensatz dazu, dass ich dem Kind, während es sich mit der Arbeit handelnd d.h. schreibend, lesend, etc. abmüht, zu verstehen gebe, dass ich es toll finde, wie viel Mühe es sich gibt und dass ich sehe, dass die Mühe auch etwas bringt.

Diese Strategie wird es übrigens auch dem Erwachsenen leichter machen, Kinder bei der Schularbeit zu unterstützen, da auch sie durch die positivere Rückmeldung des Kindes in ihrem Verhalten bestärkt werden. Das Belohnungssystem auch ihres Gehirns wird aktiviert, wenn das Kind, das sie bei den Arbeiten begleiten, statt Widerstand zu zeigen sich um die Lösung der Aufgaben bilden.

So leicht wie ich das hier geschildert habe, ist es häufig im Alltag nicht. Wenn es nicht gelingt, gute Vorsätze in Handeln und zwar in genussvolles Handeln umzusetzen, empfiehlt es sich, äußere Hilfe in Anspruch zu nehmen, Menschen, die die Rolle übernehmen, Anerkennung und Ermutigung zuzusprechen.

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Mai 28 2009

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B. Rapp

Psychologische Beratung, Coaching oder Training? oder: Warum systemisch? zum Dritten

Frage einer Klientin bei unserem ersten Termin zum Kennenlernen:
„Ich weiß, ich muss etwas tun, aber was ist das Richtige für mich? Psychologische Beratung, Coaching oder Training?“,
  • Ich kann morgens schlecht aufstehen, fühle mich schwer, niedergeschlagen und müde. Mein Mann sagt sogar, ich bin depressiv“ – also eher eine psychologische Beratung?
  • In meiner Firma verliere ich mich im Tagesgeschäft, die Mitarbeiter sind unzuverlässig und faul. Für meine Kunden habe ich fast keine Zeit mehr“ – also eher ein Coaching für Führungskräfte?
  • Meine Kinder hören nicht, machen was sie wollen und bringen schlechte Schulleistungen nach Hause“ – also eher ein Elternkompetenztraining?

Ich bitte die Klientin, diese berechtigte Frage noch etwas zurück zu stellen und rege sie an, sich meine Arbeitsweise erst einmal anzuschauen und dann zu entscheiden, ob die „Chemie“ zwischen uns stimmt. Sie entscheidet nach dieser Sitzung in den Arbeitsprozess mit mir ein zu steigen. Aus den anfangs vereinbarten 10 Sitzungen sind 14 geworden, der gemeinsame Arbeitsprozess lief über 5 Monate. In den ersten 4 Wochen trafen wir uns wöchentlich, danach 14 tägig, später im Abstand von 3-4 Wochen.

Während ihres Beratungs-Prozesses laden wir zwischendurch auch Familienmitglieder in die Sitzungen ein. Zunächst ihren Ehemann, mit dem sie in drei „Kompakt-Paarsitzungen“ gemeinsam ihre Rollen als Partner, Eltern und Firmeninhaber beschreiben.

Dann Kinder und Partner zu zwei „Kompakt-Familiensitzungen“, in denen viel über Bedürfnisse, Wünsche, Zeit und Verantwortlichkeiten aller Beteiligten gesprochen und gearbeitet wird.

Virtuell bringen wir auch die Firma und die Kunden mit in den Beratungsraum und erarbeiten ein Organigramm und ein Leitbild.

Am Ende ihres Arbeitsprozesses verabreden wir, dass sie zukünftig ein- bis zweimal im Jahr zu einer Standortanalyse kommen wird.

Beim Rückblick und Abschiednehmen frage ich die Klientin, als was sie denn die Unterstützung nun wahrgenommen habe:

  • als psychologische Beratung,
  • Coaching
  • oder Training?

Hm, am liebsten würde ich keinen von den Begriffen benutzen. Ich erinnere mich oft an unsere erste Stunde und das Bild, in dem ich mich und meine Situation damals beschreiben sollte. Da habe ich mich als Wanderin gesehen, die unter der Last eines viel zu schweren Rucksacks kaum mehr den Kopf heben konnte und die sich mit ihren absolut letzten Reserven durstig und hungrig ziellos dahin schleppte. Sie haben mich quasi gestoppt, Anteil genommen an mir und meiner Situation und gezeigt, wie ich Gepäck sortieren, abladen und verteilen kann. Wie ich mich auch in unwegsamen und unübersichtlichen Gelände bewegen kann, ohne die Orientierung zu verlieren. Wie Seilschaften funktionieren, wann ich sichere oder gesichert werde. Und: sie haben die Bergführerin – Unternehmerin (lachend) in mir wieder stark gemacht, die gerne führt und ihr Ziel, zum nächsten Gipfel zu kommen wieder in den Blick genommen hat.“

Den eigenen Weg als Wanderung in unbekanntem Terrain zu verstehen und immer wieder auf eigene Fähigkeiten und Stärken zurück greifen zu können ist ein wunderbar „systemisches Bild“.

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