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Archiv für das Tag 'Grundlagen'

Mrz 17 2009

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E. Bohrisch

Krise Coaching und Beratung

Plötzlich ist sie da, die „Krise“. Wir sind ganz überrascht. Dass sich an den Umständen und Fakten nichts geändert hat, übersehen wir. 

Nehmen wir als Beispiel die Wirtschaftskrise. Geld ist nie sicher, da sein Wert nur auf einer sozialen Übereinkunft beruht. Die Börse misst Stimmungen, keine realen Werte wie ein Pfund Butter oder ein Glas Bier! So kommt es leicht zu Illusionen, zu Überschätzungen, die dann wie eine Seifenblase platzen.

Ähnlich ist es mit Krisen im Arbeitsleben,sei es als Mitarbeiter, sei es als verantwortlicher Unternehmer oder Betriebsleiter. Auch Beziehungskrisen in Partnerschaft und Familie sowie persönliche Lebenskrisen zeigen das gleiche Bild. Fehlentwicklungen und Warnsignale werden so lange es geht übersehen und verleugnet.

Dass wir mit unserer Arbeit unseren Lebensunterhalt und den unserer Familie auch morgen sicherstellen können, kann niemand garantieren. 

Dass die Liebe unverändert aufregend und verlässlich bleibt ist unser Wunsch, aber nie sicher.

Dass wir nicht unbegrenzt jung , dynamisch und leistungsfähig bleiben weiß jeder. Dennoch übersehen wir allzu gerne, was vor uns sichtbar ist.

Da Krisen nicht zu übersehen sind, können wir sie als Signal nutzen, anstatt vor Schreck und Enttäuschung in Resignation zu erstarren. In Krisen sind Selbstverständlichkeiten fragwürdig. Die Chance jeder Krise besteht darin, dass Neues in den Blick kommen kann, dass  „Verbotenes“gedacht werden darf, dass Unerhörtes gesagt werden darf. Wir können Neues lernen.  Kein Lerngewinn ohne vorherige Verunsicherung! Eine Krise, aus der wir nichts lernen war vergeblich!. 

Das gilt für die Wirtschaft, das gilt auch für Partnerschaft, Familie und Beruf, das gilt für unseren Umgang mit Leben und Gesundheit.

Coaching und Beratung sind Stützen in Zeiten der Krise.Sie bieten Instrumente zur Analyse der Situation, des Ist-Standes und der Vorgeschichte. Sie helfen den Blick auf neue Möglichkeiten und Ziele auszurichten. Sie ermutigen, neue Pläne entschlossen anzugehen und umzusetzen.

Krisen sind Zeiten im Leben, in denen Coaching und Beratung besonders gewinnbringend eingesetzt werden können.

Ein Kommentar

Mrz 08 2009

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B. Rapp

Warum systemisch? | zum Zweiten

Abgelegt unter Beratung, Coaching, Grundlagen

Gerne möchte ich die Fragestellung meines sehr geschätzten Kollegen Eberhard Bohrisch noch einmal aufgreifen und mich damit in unserer  Arbeitsweise den Lesern ein wenig vorstellen.

Das wir systemisch arbeiten, ist ja erst einmal lediglich eine Tatsache und hat für viele noch gar keine weitere Bedeutung. Diese kann sie erst dann bekommen, wenn Sie als Leser ihr eine Bedeutung geben werden.
Es ist also meine Aufgabe, mich Ihnen so zu zeigen, dass sie dem was sie hier lesen (im Coaching oder in der Beratung würde ich dann sagen „erleben und wahrnehmen“), eine Bedeutung geben können.

Damit sind wir auch schon bei einem systemischen Grundsatz: Systemische Coaches und Berater sind geschult und geübt darin in genauen und konkreten Beschreibungen zu formulieren und zwar das, was sie sehen und wahrnehmen, jetzt. Sie verlangsamen und verzögern damit die von uns allen gewohnte Reaktionszeit, die voll von automatisierter Bedeutungsgebung und meist auch Bewertung ist.

Wir Berater „stören“ sozusagen Ihre bisherigen Erklärungs- und Bewertungsmodelle der von Ihnen geschilderten Probleme und erweitern damit gleichzeitig Ihren Handlungsspielraum, indem gemeinsam nach Alternativen, d.h. weiteren Verhaltensmöglichkeiten gesucht wird. Die Aufrechterhaltung des bisherigen Reaktionsmechanismus (innerhalb des Problems) wird, in unserer Sprache, „verflüssigt“, d.h. verändert.

Hierzu ein Beispiel aus der Coachingpraxis:
Wenn ein Lehrer im Coachingprozess über einen 12 jährigen Schüler erzählt, “dieser Junge ist aggressiv”, dann fangen wir an Fragen zu stellen. Zum Beispiel: „wem gegenüber“, „wann“, „was tut er genau“, „welche Ausnahmen gibt es, wo er sich eigentlich auch aggressiv hätte verhalten müssen und es nicht tat“, „was tun Sie (Ihre Kollegen, die Eltern, die anderen Kinder) wenn der Junge sich so zeigt“, usw. Wir beginnen also damit, die Sichtweisen auf diesen Jungen zu erweitern, ihm die Stigmatisierung „er ist…“ zu entziehen und aufzuzeigen „er verhält sich in folgenden Situationen auf diese Art und Weise“. Gleichzeitig „erkennt“ der Coachee (Lehrer) in diesem Prozess, dass er seine eigenen Reaktionen  (Verhalten) dem Jungen gegenüber nun modifizieren könnte. Er probiert diese dann z.B. im Rollenspiel aus, um sich (erst einmal im geschützten Coaching-Raum) selbst zu erfahren und festzustellen, welches Verhalten eine  innere Stimmigkeit in ihm erzeugt.

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Feb 24 2009

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E. Bohrisch

Warum systemisch?

Abgelegt unter Beratung, Coaching, Grundlagen

Bärbel Rapp und ich stellen uns Ihnen als Fachleute für Systemische Beratung und Systemisches Coaching vor.

Systemisch orientiert zu arbeiten ist keineswegs selbstverständlich. Viele unserer Kolleginnen und Kollegen verfolgen andere Denkansätze, mit denen Sie ebenso wie wir, erfolgreich arbeiten.

Warum also systemisch?

Unsere beruflichen Lebensläufe legten das Denken in Netzwerken, in denen die enthaltenen Elemente sich wechselseitig beeinflussen, nahe. Bärbel kommt aus der Physiotherapie, in der man nur dann erfolgreich sein kann, wenn man ein Gefühl für Gleichgewicht und Ausgewogenheit im Ganzen entwickelt. Ich stamme ursprünglich aus der Biologie. Betalanffy und Maturana, die am Anfang der Entwicklung der Systemtheorie stehen waren Biologen.

Inzwischen ist es für uns zur zweiten Natur geworden die Welt als großes Ganzes zu betrachten, in dem jeder mit jedem, Einzelnes mit dem Ganzen verknüpft ist und interagiert.

In der Systemischen Beratung und der Systemischen Familientherapie hilft diese Sichtweise dabei, einzelne Menschen nicht als Ursache oder allein verantwortlich für Probleme zu betrachten, unter denen sie und ihre Umgebung leiden. Vielmehr fällt der Blick auf ihr Zusammenwirken bei der Entstehung und Aufrechterhaltung des Problems. Lösungswege ergeben sich, wenn man die positiven Synergie-Möglichkeiten zur Verbesserung sucht und stützt. Systemische Beratung ist lösungsorientiert. Sie stärkt die Kompetenz und Autonomie des Klientensystems.

Gleiches gilt im Bereich des Coachings. Systemische Ansätze finden sich auch in heutigen Wirtschafts- und Finanztheorien. Technische Verfahren und betriebliche Abläufe lassen sich als systemisch verstehen,  sodass  Coach und Coachee zum großen Teil die gleiche Sprache sprechen.

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Jan 06 2009

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E. Bohrisch

Ökologie der Person | Felix Tretter

Abgelegt unter Gelesen & Gefunden, Grundlagen

Sehr kenntnisreiche Zusammenfassung des aktuellen Forschungs- und Diskussionsstandes.
Anregend ist die umfassende Einbettung der Person in die durch soziale, geschichtliche, wirtschaftliche, geographische und andere Beziehungen konstituierte Umwelt.
Dabei hat der Autor als Weiterführung der Modelle seiner früheren Veröffentlichungen ein System-Modell vor Augen, das sowohl das System Umwelt in großer Breite in den Blick nimmt als auch in der Vertikalen Subsysteme berücksichtigt. Für die Person heißt das, dass in der Horizontalen Nachbarsysteme wie Partner, Familie etc. und Lebensweltsysteme wie Wirtschaft, Geschichte etc. zu beachten sind und in der Vertikalen Systemhierarchien wie Gedächtnis, Gehirn, Neurone, Moleküle etc. zu beachten sind.
Ich finde das Modell sehr anschaulich, dem Stand der wissenschaftlichen Diskussion entsprechend, und für die praktische therapeutische-beraterische Arbeit mit Einzel Personen, Paaren und Familien hilfreich.
Seine dichte Fachsprache und die häufige Benutzung mathematischer Argumentation machen das Buch als Einführung nur bedingt geeignet. Wegen des sorgfältigen Überblicks über die Modellbildung im Bereich der Systemwissenschaften ist es dennoch auch für den interessierten Laien zu empfehlen.

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